Beide meine verstorbenen Eltern wurden nach dem zweiten Weltkrieg aus Schlesien vertrieben und kamen zunächst nach Sachsen, wo sie ihre Jugend verbrachten. In den 50er Jahren entschlossen sie sich aber jeweils eigenständig das repressive System der DDR zu verlassen und nach Westdeutschland weiter zu ziehen („rübergemacht“). Die Mehrheit ihrer Verwandtschaft, i.e. Eltern, Brüder, Schwestern, Cousins,… blieben aber in Sachsen zurück. Nachdem sich meine Eltern in Westdeutschland kennengelernt haben, geheiratet haben und Kinder bekommen haben, wurde die Verwandtschaft in Sachsen trotz aller Schwierigkeiten sehr häufig besucht. Ich habe noch vage Erinnerungen als 4 oder 5 Jähriger mit einer Dampflok nach Leipzig und weiter nach Meissen gefahren zu sein. Später sind wir mit dem Auto meiner Eltern recht häufig zu Besuch gewesen und haben dabei auch die landschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten besichtigt.

Nach der Coronakrise dieses Jahr fielen Reisen ins Ausland aus, sodass meine Frau und ich beschlossen in Deutschland zu bleiben und Sachsen zu besuchen, wo meine Frau noch nie zuvor gewesen ist. Leider hatte sie sich die Woche zuvor den Fuß vertreten und so konnten wir keine weiten Wanderungen unternehmen. Als erster Stopp diente die sächsische Schweiz, wo wir direkt über der Bastei im Berghotel Bastei 2 Nächte verbrachten. Nach einem Rundgang genossen wir bei einigen Kaltgetränken die Aussicht und aßen im angeschlossenen Restaurant zu Abend.

Bastei
Am nächsten morgen besuchten wir die Felsenburg direkt an der Bastei. Die ehemalige Burg besteht aus Felssäulen, die mit Brücken verbunden sind. Unglaublich, dass hier schon zum Mittelalter Leute wohnten. Beeindruckt hat mich auch die riesige Steinschleuder, die einst auf dem höchsten Felsen montiert war. DIe Felstürme hatten alle lustige Strukturen und Namen. Als ich die „Lokomotive“ entdeckte, kamen die Kindheitserinnerungen hoch. Danach machten wir uns auf den Weg zu den Schwedenlöchern. Für Martina war der Abstieg in die Klamm zu viel, sodass ich mich für etwa eine halbe Stunde allein auf den Weg machte. Es ging viele Stufen (777) steil bergab. Weiter unten musste man durch Tunnel und enge Schluchten steigen die in Handarbeit vor vielen Jahren für die Touristen erweitert wurden. Den Nachmittag ließen wir dann in der netten Waldgaststätte Zum Eisernen Tisch.

Festung Königsstein
am nächsten Morgen fuhren wir zur Festung Königsstein, eine riesige „Burg“ auf einem großen steilen Felsen. Wir verbrachten hier den ganzen Tag, umrundeten die Festung und schauten uns noch einige Ausstellungen an.Am Abend machten wir uns dann auf Richtung Dresden, wo wir im Radison Park Inn übernachteten. Dieses Hotel hatte ich auf meiner Lieblingswebseite Urlaubspiraten.de für nur 55 Euro pro Nacht gebucht. Zu Abend haben wir beim Inder in der Nähe gegessen, dort gab es Chicken Jalfrezi, leider aber nicht so scharf wie in England bei unserem Lieblingsinder.

Meissen

am Morgen packten wir dann unsere Fahrräder aus dem Auto und fuhren per Rad bei doch sehr kühlen Temperaturen dem Elberadweg folgend die etwa 25 km bis Meissen. Dort besichtigten wir die weltbekannte Porzellanmanufaktur und die Albrechtsburg. Beim Besichtigen der Albrechtsburg kam dann wieder so ein deja-vu Erlebnis: in einigen Sälen müssen die Besucher Filzpantoffeln überziehen um den Parkettboden zu schonen. Das erinnerte mich sofort daran, dass ich dies als Kind auch schon einmal gemacht habe. Zur Stärkung nahmen wir aßen wir noch im nahegelegenen Burgkeller. Von der Terrasse dort hatte man eine schöne Aussicht über die Altstadt von Meissen, das Personal war aber leider etwas phlegmatisch, so dass wir lange auf eine Karte, auf die Getränke und noch länger auf das Essen warten mussten. Danach schwangen wir uns wieder auf die Fahrräder und radelten die 20 km an der Elbe entlang zurück nach Dresden. Kurz vorm Ankommen hielten wir noch für ein Bier am Landstreicher, eine urige Kneipe mit Biergarten direkt an der Elbe. Den Abend beschlossen wir dann in einem thailändischen Restaurant in Dresden Neustadt.

Moritzburg
da das Wetter am nächsten Morgen etwas unfreundlich aussah, packten wir die Fahrräder wieder ins Auto und fuhren zum Schloss Moritzburg, etwa 15 km von Dresden entfernt. Das Schloss diente als Kulisse für den Märchenfilm „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ und tatsächlich gab es eine Musicalaufführung im Garten. Da das Wetter eher regnerisch war, entschlossen wir uns den Schloss-See zu Fuß zu umrunden und dann machten wir uns auf den fünfstündigen Rückweg nach Hanau.