Hier ist eine Zusammenfassung der Berichte, die meine Frau Martina von Ihrem Lebenstraum, der Wanderung des Pacific Crest Trails (PCT) geschrieben hat:. Ich füge die neuesten Berichte vorne an, die ältesten sind unten.

22.09.2022

Mittlerweile ist Martina bei unserem Sohn in London/ Kanada angekommen. Fliegen ist heutzutage kein SPass mehr. Die Fluggesellschaften stornieren Flüge einfach, bzw. verändern die Reiseroute. SO hat mein ältere SOhn im August einen Flug von Frankfurt über Montreal nach London gebucht. Der Rückflug wurde von London nach Toronto verändert. Ihm ist das nicht sofort aufgefallen, sodass er eine Nacht in Toronto am Flughafen zubringen musste. Bei den Internetreisebüros, sowie bei den Fluglinien gibt es keine Telefonnummern mehr und selbst an den Flughäfen haben die Fluggesellschaften kein Büro mehr, i.e. wenn es probleme gibt hat man ein gute Rumrennererei. unser kanadischer Sohn  hat sich kürzlich einen Malamut Mischlingswelpen aus dem Tierheim zugelegt und der ist ja sooooo süß.

9.9.2022

Ich bin jetzt seit fast zwei Tagen in Stehekin und es sieht so aus, als wäre dies das Ende meines Abenteuers, da der PCT nördlich von Hart’s Pass wegen Feuern seit knapp einer Woche gesperrt ist.
Zuerst hörte ich davon, an meinem zweiten Tag nach Leavenworth. Ich war am späten Nachmittag bei Lake Sally Ann, als eine andere Hikerin erwähnte, dass der trail gesperrt ist. Total ungläubig beschloss ich dort zu bleiben und schwimmen zu gehen. Plötzlich gab es einfach keinen Grund mehr sich zu beeilen nach Stehekin zu kommen und ich brauchte Zeit mich mit der neuen Situation abzufinden.
Daraufhin versuchte ich auch gar nicht mehr 25 Meilen. Tag zu laufen, in dem Terrain sowieso nicht gerade einfach. Zwanzig Meilen reichten und gaben mir Zeit darüber nachzudenken was ich tun könnte. Außerdem hatte ich die Hoffnung, dass der trail in der Zeit vielleicht wieder freigegeben würde. Diese Hoffnung hat sich inzwischen erledigt, es brennt rund um den Trail, auch auf kanadischer Seite. Und ich habe auch meine Pläne geändert länger hier zu bleiben. Stehekin ist zwar wunderschön, aber heute Nacht hat wohl der Wind gedreht und der Ort und der See liegen unter einer Rauchdecke. Plus andere Hiker gaben mir die Idee doch früher nach Seattle zu fahren und zum Olympic National Park zu gehen und dort noch ein bisschen zu wandern. Heute morgen habe ich dann meine Fähre gebucht und werde um zwei nach Chelan fahren. Von dort gibt es einen öffentlichen Bus, der angeblich sogar kostenlos ist, nach Wenatchee und von dort fahren Züge und Busse nach Seattle. Und von Seattle soll eine Fähre auf die Olympic Halbinsel fahren.
Das werde ich aber noch näher recherchieren müssen. Im Moment sehe ich jedenfalls keinen Sinn darin weiter in Richtung Feuer zu laufen. Mein Ziel war der northern Terminus und den kann ich nicht erreichen, sicherlich auch nicht in den nächsten Tagen.
Die letzten Tage auf dem Trail waren mit Abstand die härtesten und furchterregendsten und ich fühle mich auch nach zwei Tagen Pause noch immer leer und ausgelaugt. Leider sollte es auch einer der schönsten Orte des trails sein, aber ich hatte das Pech, dass am zweiten Tag Rauch von einem anderen Feuer die Berge vernebelte und am nächsten Tag der Wind gedreht hatte und Wolken vom Westen über die Gipfel geschoben wurden und alle Berge verhüllten. Dabei sollte es an diesem Tag an Glacier Peak vorbei gehen. Ich könnte ihn aber erst am nächsten Tag kurz sehen, als ich zurück blickte.
Vorher musste ich aber erst Kennedy Creek überwinden, ein recht breiter, brauner Fluss ohne Brücke. Für mich die absolut gefährlichste Flussquerung von allen. Ich kam nachmittags kurz nach drei dort an und konnte keine Stelle finden, wo ich durch den Fluss hätte gehen können ohne Gefahr zu laufen weggerissen zu werden. Die meisten Hiker nutzten einen Baumstamm um auf die andere Seite zu gelangen, aber der war um diese Uhrzeit fast vollständig im Wasser, an einer Stelle schwappte das Wasser darüber und für mich war er sowieso mit mehr als fünf Metern zu lang, als dass ich darüber balancieren wollte.
Ich habe also flussauf- und ab erfolglos nach einer Stelle gesucht, die besser geeignet wäre. Dazu bin ich durchs Unterholz gekrochen, steile Hänge rauf- und runter gekrabbelt (alles mit 17kg Gepäck) und würde von einer Wespe gestochen. Am Ende traf ich wieder auf diejenige, die mir von der trail Schließung erzählt hatte.
Zusammen sind wir wieder zum Fluss und sie kam auf die super Idee, den Baumstamm sitzend zu überqueren. Wir saßen also auf dem Stamm, Füße im Wasser und „gingen“ so vorwärts. Dort wo das Wasser ueberschwappte konnte man aufstehen und den Rest durchlaufen. Aber man konnte spüren wie stark die Strömung war, ich war froh nicht versucht zu haben den ganzen Fluss so zu durchqueren. Die Strömung war viel zu stark.
Ein anderer Hiker hat es zwar auf die Art geschafft, er war Hüft tief im Wasser, aber meiner Meinung nach war das lebensgefährlich.
Gegen sechs war ich endlich auf der anderen Seite, nass und zitternd vor Anstrengung, und hatte gerade noch genug Zeit zur nächsten Wasserstelle zu laufen (steil bergauf) und dort zu campen.
Am nächsten Morgen ging es weiter bergauf auf einem teilweise stark ausgewaschenem Trail, aber der Himmel war wieder blau und klar und als ich mich umdrehte, konnte. Ich endlich Glacier Peak sehen. Ein wirklich gewaltiger Gletscher. Es gab noch weitere schöne Blicke an diesem Tag, aber laufen war wirklich schwer und anstrengend, da der trail in so schlechtem Zustand war. Man musste ständig aufpassen, dass man nicht Wegrutschen oder stolperte, da jeder Fehltritt ein Desaster gewesen wäre.
Später gab es noch eine Menge umgefallene Bäume zu überwinden, aber glücklicherweise keine weiteren gefährlichen Flussüberquerungen mehr.
Der Weg ging weiter in ständigem Wechsel von hoch und runter bis zu den letzten zehn Meilen vor Stehekin. Von da sollte es nur noch bergab gehen, aber es geht nie nur bergab auf dem PCT . Und so machte ich meine letzten Schritte auf dem Trail auf dem Weg zur High Bridge, wo ich auf das Shuttle nach Stehekin wartete.
Hier ist es sehr ruhig., unglaublich schön, man kann im See schwimmen, ist ein bisschen kühler aber sehr erfrischend.
Jede Menge Hiker kommen täglich an, manche bleiben, andere gehen am nächsten Tag weiter, aber die meisten brauchen ein bis zwei Tage um zu entscheiden wie es welche geht.
Viele meiner Freunde gönnen sich heute einen zero Tag und gehen erst morgen weiter. Ich bin sehr froh darüber und es gibt dem Ende etwas positives.
Ich hänge wie immer noch ein paar Bilder an von Glacier Peak und Chelan Lake.

1.9.2022

Wieder ca 70 Meilen weniger. So langsam kann ich absehen, wann ich fertig bin, es gibt nur eine kleine Unsicherheit, und das ist mein Körper. Meine Reserven sind weitgehend aufgebraucht und zum ersten Mal in meinem Leben kann ich sagen, ich esse nicht genug.
Hätte ich nie gedacht, aber so ist es. Und es schränkt meine Leistungsfähigkeit ein. Gestern wäre ich fast nicht über den letzten Pass von Vieren gekommen. Mein Rucksack wurde einfach zu schwer und ich musste alle paar Schritte anhalten. Eine ziemliche Quälerei, aber letztlich habe ich es geschafft. Blieb mir auch nichts anderes übrig, ich hatte nämlich kaum noch Wasser und musste über den Berg, noch anderthalb Meilen weiter bis zur nächsten Wasserstelle. Da konnte ich auch zelten.
Trotzdem sollte ich in sieben Tagen in Stehekin sein und von da sind es noch drei Tage bis zur Grenze und dem northern Terminus. Dann noch anderthalb Tage zurück und Richtung Seattle hitchhiken und das Abenteuer ist zu Ende.
Wie ich schon in den letzten E-Mails sagte, ich gehe dem ganzen mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Ich werde die Freiheit und Einfachheit des letzten Lebens auf dem Trail vermissen und den Sonnenauf- und Untergang, die Stille und die Sterne, inklusive Milchstraße, aber ich freue mich auf das normale Leben, Familie und Freunde, auf die Gespräche, die ich haben werde und so weiter.
Im Moment aber freue ich mich auf die letzten Meilen in einer umwerfend schönen Natur und hoffe einfach nur, dass ein wenig kürzer treten (keine 25 Meilen) und mehr essen hilft.
Die letzten Tage waren sehr schön und ich werde wie immer ein paar Bilder anhängen, und wenn ich es morgen noch schaffe ein paar weitere Bilder von dem entzückenden Ort in dem ich mich gerade befinde. Ein Stück Bayern in Washington, unglaublich, eine Touristenattraktion, aber eigentlich ganz nett und witzig. Ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt, aber zum Glück war Disney nicht involviert.

28.8.2022

Washington ist traumhaft schön, bringt mich aber um den Verstand und meine Füße zur Verzweiflung. Letzte Woche hätte ich am liebsten aufgegeben, da ich das Gefühl hatte, die Dinge, die der trail einem abverlangt, nicht tun zu können.
Ich war in einer der schönsten Gegenden die ich bisher auf dem Trail gesehen habe, dem Gebiet um Old Snowy Mt. Nach einem langen, anstrengenden Aufstieg war ich abends an der campsite unterhalb des Gipfels angekommen und wurde mit einem magischen Sonnenuntergang für die Anstrengungen belohnt. Um mich herum lauter Vulkane, aber am herausragendsten waren natürlich Mt Adams im Südosten, Mt Rainier I’m Nordwesten und Mt St Helens etwas weiter weg im Südwesten, alle pink angehaucht von der untergehenden Sonne. Und alles wiederholte sich am nächsten Morgen, absolut beeindruckend.
Aber ich musste ja weiter und damit begannen die Probleme. Auf far out hatte ich gelesen, dass es eine alternative Route zum PCT gäbe, die sicherer sei, da auf dem PCT ein großes, steiles Schneefeld zu überqueren sei, dass gefährlich wäre. Die Alternative würde als etwas länger, aber weniger gefährlich beschrieben. Im Rückblick bin ich mir da nicht so sicher. Der erste Teil war tatsächlich einfach, wenn auch bergauf Richtung des Gipfels von Old Snowy. Aber ab dem Punkt wo man sich wieder dem PCT zu wendet, wurde es unangenehm und ich fühlte mich unsicher. Über schieferartige Gesteinsplatten und Bimsstein Kügelchen ging es steil bergab , links und rechts war der Hang so steil, dass es kein Halten gegeben hätte, wenn man abgerutscht wäre. Und die Gefahr zu stolpern oder auf dem Gestein ins Rutschen zu geraten, bestand ständig.
Für die Meile vom Zeltplatz zurück zum trail habe ich eine ganze Stunde gebraucht (normalerweise schaffe ich zwei bis drei Meilen pro Stunde je nach Gelände).
Aber die Belastungsprobe war noch nicht vorbei. Jetzt ging der trail steil bergauf und bergab, teilweise gerade breit genug um einen Fuss aufzusetzen und oft nach beiden Seiten offen und steil. Zusätzlich war der der Rucksack ein Problem, da er durch den Bären Kanister oben recht schwer ist und einen gut dadurch aus dem Gleichgewicht bringen kann. Ungefähr so ein Gefühl wie mit einem schweren Anhänger zu fahren, der ins schleudern gerät. Ich war die ganze Zeit am fluchen auf den Trail und hoffte nicht zu stolpern oder ins Rutschen zu geraten. Für diese zweite Meile brauchte ich gut vierzig Minuten und war schweißgebadet und meine Kniee zitterten. Wenn es möglich gewesen wäre, wäre ich in diesem Moment vom trail runter gegangen. Ich hatte einfach das Gefühl ich kann das alles nicht, aber zum Glück hat man beim Laufen viel Zeit nachzudenken und sich anzuregen und mit der Zeit konnte ich auch wieder das positive sehen, vor vier Monaten hätte ich Passage nicht durchgestanden, aber jetzt bin ich viel stärker und habe meine Angst besser im Griff. Ich habe immer noch Höhenangst, aber sie beherrscht mich nicht mehr so wie vorher.
Etwas ähnliches ist auch heute passiert, als ich auf dem Weg nach Snoqualmie Pass war. Ich hatte die Nacht vorher auf der Karte nachgesehen und eigentlich hätte es die letzten elf Meilen in die Stadt bergab gehen müssen bis auf ein kleines Stück am Anfang, aber es schien nur bergauf zu gehen bis auf die allerletzten anderthalb Meilen. Außerdem hatte der Regen, der für heute angekündigt war schon gestern Abend eingesetzt und ich hatte eher schlecht geschlafen. Es ist zwar alles trocken geblieben bis auf das flysheet, aber die meisten Sachen fühlten sich zumindest feucht an. Zusätzlich war ich den Tag vorher 26 Meilen gelaufen, mit fünf Bergen steil rauf und runter, also hatte ich vermutlich mehr als 5000 Füße hinter mich gebracht. Und das hinterlässt Spuren, ich fühlte mich am Morgen schlapp und kraftlos. Die 2000 Füße bergauf kamen mir deutlich schlimmer vor als sie waren.
Jedenfalls schaffte ich es irgendwie in die Stadt, fluchend, dass der trail immer bergauf geht, dass er so steinig und schwer ist und dass mein Körper nicht mehr alles so einfach mitmacht. Aber kaum daß ich in der Stadt war und etwas gefrühstückt hatte, war alles vergessen und ich war wieder guter Dinge. Außerdem beklagten sich alle Hiker über die selben Probleme.
Die physischen Anforderungen sind im Moment wirklich enorm, aber ich werde so kurz vorm Ziel nicht aufgeben. Es sind noch ca 300 Meilen zu laufen und ich zähle rückwärts runter. Wenn alles gut geht habe ich die kanadische Grenze in drei Wochen erreicht.
Leider lässt mich mein Telefon nicht mehr auf die Bilder von Old Snowy zu greifen, da müsst ihr leider warten bis ich alles sortiert habe und sie euch in persona zeigen kann. Aber ich hänge noch eines meiner vielen Bilder von Mt Rainier an (zweites), eines von heute morgen mit aufsteigendem Nebel (erstes) und eines von dem was noch auf mich zu kommt (morgens).

20.8.2022

Eigentlich gibt es nicht viel zu berichten. Washington ist vor allem grün und bewaldet, wie die Appalachian trail Hiker sagen, ein grüner Tunnel. Das gute daran, wir gehen meist im Schatten, das schlechte, es gibt viele Mücken und andere nervige Insekten.
Ich bin bisher gut voran gekommen und gestern in Trout Lake eingetroffen. Ein beschauliches kleines Örtchen, dass sich sehr Hiker freundlich zeigt und einen kostenlosen Shuttle Service vom und zum trail hat. Da ich gestern Abend schon angekommen bin, gönne ich mir einen voll zero Tag hier, sprich ich bleibe zwei Nächte und gehe morgen früh erst zum trail zurück. So kann ich noch einmal einen Abend mit der Schweizerin verbringen, mit der ich durch Oregon gelaufen bin und die vor etwa einer Stunde erst eingetroffen ist. Ab morgen bin ich dann wieder alleine unterwegs und kann mein Tempo gehen. Rabbit, die Schweizerin, geht zwar genauso schnell wie ich, will aber nicht so viele Meilen pro Tag laufen.
Wie gesagt, Washington ist vor allem bewaldet. Es gibt reichlich Flechten und Moos an den Bäumen und viele Farne und nicht zu vergessen die Huckleberries, die ich unterwegs naschen kann. Ausblicke in die Ferne sind eher selten. Von Mt St Helens z.B. habe ich nur ein Bild aus der Ferne und eines zwischen den Bäumen hindurch. Der andere Vulkankegel den wir sehen konnten ist Mt Adams. Auch sehr eindrucksvoll. Nördlich von Snoqualmie Pass soll es sehr schön werden. Vielleicht habe ich dann wieder mehr zu berichten.

15.8.2022

das Minimalziel ist erreicht, ich bin heute morgen in Cascade Locks angekommen und damit am nördlichen Ende von Oregon. Morgen geht es dann über die Bridge of Gods nach Washington. Noch etwa 500 Meilen liegen vor mir und dann ist es geschafft. Ich kann mir plötzlich überhaupt nicht mehr vorstellen nicht jeden Tag zu laufen, aber meine Füße freuen sich drauf.
Die letzten Tage in Oregon waren echt heftig, vor allem gestern. Ich hatte mich den Abend vorher vorübergehend von meiner Schweizer Kollegin getrennt, da ich einfach noch etwas weiter laufen wollte. Das entpuppte sich aus meiner Sicht als gut, da der nächste Tag, also gestern, wieder einmal sehr anspruchsvoll war. Ich wiederum wollte so nah wie möglich an Cascade Locks heran um dann morgens früh da zu sein, was mir auch gelungen ist.
Zunächst ging es ca zehn Meilen auf dem PCT gen Norden. Am Wegrand gab es reichlich Blaubeeren und Huckleberries (so ähnlich wie Heidelbeeren nur besser) zu pflücken, was ich fast ständig tat und daher etwas langsamer voran kam. Dann ging es auf einer alternativ Route zum PCT zunächst steil bergab auf einem nicht sehr gut in Schuss gehaltenen Pfad Richtung Eagle Creek. Dort sollte es viele Wasserfälle geben, insbesondere einen, wo man durch einen Tunnel geht, weswegen er Tunnel Falls heißt.
Und tatsächlich gab es bald in den Seitentälern einige kleine aber hübsche Fälle zu sehen. Für mich etwas gewöhnungsbedürftig, war der trail aber sehr hoch und meist mit fast senkrecht abfallendem Hang. Aber das Haupttal und seine Seitentäler waren wirklich beeindruckend. Ein Wasserfall jagte den nächsten und das Highlight sind die Tunnel Falls, wo man auf einem Pfad auf mittlerer Höhe durch einen Tunnel hinter dem Wasserfall geht. Bild wird angehängt! Es gab dann noch diverse andere große und kleine Fälle, tiefe Schluchten und Becken. Leider meist schwierig zu fotografieren, da Bäume die Sicht versperren, aber insgesamt super schön.
Und mit diesen Bildern fing dann auch der heutige Tag an und der Bridge of Gods, Traum aller through hiker und Tor nach Washington.
Morgen werde ich über die Brücke gehen und den letzten Abschnitt in Angriff nehmen. Es ist ein ziemliches auf und ab der Gefühle zur Zeit, ich möchte fertig werden und doch nicht weg. Noch fünfhundert Meilen und alles ist vorbei, die Freiheit und Einfachheit des Lebens auf dem Trail, aber ich freue mich natürlich auf die Familie und Freunde und ein normales Leben.
Jedenfalls hoffe ich noch auf interessante Tage in Washington, gute Erfahrungen und Erlebnisse und viele schöne Bilder , die ich euch schicken kann.

12.8.2022

Das Ende von Oregon

Wegen der vielen trail Schließungen habe ich nur noch wenige Tage zu laufen in Oregon. I’m Moment sitze ich an dem Ort, von dem ich vom ersten Tag an geträumt habe: Timberline Lodge. Aber leider gibt es ein paar Probleme. Da es nicht genug Arbeitskräfte gibt, gibt es zur Zeit kein Dinner Büfett und das Restaurant ist mir zu teuer, also sitze ich in der Bar mit einem Bier und habe mir eine focaccia dazu bestellt. Morgen früh gibt es dann das Frühstücksbuffet bevor es weiter geht. Aus dem Fenster kann ich Mt Hood in der Abendsonne sehen. Ein wirklich eindrucksvoller Berg.
Oregon war insgesamt sehr schön. Crater Lake mit seinem blau ist wahnsinnig schön und Bauch der trail entlang des Kraterrands war beeindruckend.
Es gab nur leider viel zu hitchhiken, manchmal gut und schnell manchmal weniger toll. Aber irgendwann hält immer jemand an und nimmt uns mit. So wie heute morgen. Eigentlich wollte uns der freundliche Mensch, der uns gestern mit nach Madras genommen hatte um sieben Uhr morgens abholen. Kam aber nie, weshalb wir erstmal gefrühstückt haben. Dann war es etwas zäh, aber schließlich hielt ein junger Mann an und nahm uns mit. Er war Botaniker und erzählte uns eine Menge über die hiesige Flora. Es hatte etwas gedauert, aber letztlich sind wir trotzdem einen Tag eher an der Lodge angekommen als erwartet.
Vor zwei Tagen sind wir noch durch Lavafelder gelaufen, nicht sehr angenehm für Füße, Schuhe und den ganzen Körper, aber gleichzeitig sehr interessant und schön.
Den Anfang machten die Obsidian Falls, ein hübscher kleiner Wasserfall, nicht übertrieben spektakulär, aber nett. In der ganzen Umgebung gab es Obsidian, den unsere Vorfahren zu Messern und Äxten verarbeitet haben.
Danach kam das erste Lavafeld. Es ging steil bergauf über Bimsstein Kügelchen in unterschiedlichen Größen. Wirklich schwierig und anstrengend, aber der Blick von der Höhe auf die Lava entschädigte einen für die Mühe.
Danach wurde es für kurze Zeit leichter, bis das nächste Lavafeld begann. Dort schlängelte sich der Weg durch die Felsen, so dass man die Orientierung verlor. Der Weg war relativ flach, dafür waren die Steine sehr unterschiedlich groß und teilweise spitz und unangenehm. Am Ende war ich froh durch zu sein, nur das es nicht wirklich zu Ende war, denn das nächste Feld begann kurz danach. Wir wechselten nur schnell mal die Seite und dann würde es richtig anstrengend. Es ging mitten hinein in das Lavafeld und zusätzlich bergauf auf einen kleinen Hügel zu. Mir tat alles weh und es war ziemlich heiß. Und wieder dachten wir es ist endlich zu Ende als wir zu einem Wäldchen kamen. Aber es ging doch wieder weiter mit Lava, nur diesmal bergab und durch verbrannte Zone. Auf der rechten Seite schien zusätzlich ein Unwetter aufzuziehen. Vorsichtshalber sahen wir uns nach einer geschützten campsite um, was nicht ganz einfach ist in eine burn zone. Ganz am Ende der Lava fanden wir ein geschütztes Plätzchen und schafften es die Zelte rechtzeitig bevor es anfing zu regnen aufzubauen. Glücklich saßen wir in unseren trockenen Zelten.
Das wäre Ausmaß des Lavafelds konnten wir erst am nächsten Morgen sehen, als wir etwas höher am Berg waren. Es erfüllte das ganze Tal, bzw es war überall Lava so weit man blicken konnte. Aber insgesamt war es sowohl einer der härtesten Tage auf dem Trail als auch einer der schönsten und interessantesten.

6.8.2022

Ich habe Oregon wesentlich schneller erreicht als mir lieb ist. Jemand bemerkte nach der letzten E-Mail, dass Feuer wohl eine große Rolle für mich spielt auf dem PCT. Leider ist das noch deutlich verstärkt worden, denn letzte Woche Samstag musste ich den Trail einen Tag eher verlassen als geplant und von Forest road 93 nach Etna hitchen. Bei Seiad Valley war den Tag vorher ein Feuer durch Blitzschlag ausgebrochen und breitete sich schnell aus. Daraufhin wurde der trail hinter Etna summit road bis Ashland gesperrt.
Ich hatte den Geruch von Feuer schon in der Nacht vorher bemerkt als ich bei Highway drei übernachtet hatte. Morgens war dann auch überall Rauch zu sehen, aber ich hatte das Gefühl, das Feuer wäre hinter uns und bin daher weiter gegangen. Im Laufe des Tages erfuhr ich aber, dass das Feuer voraus wäre und der trail deshalb gesperrt ist.
Es war daher eine einfache Entscheidung den Trail am frühen Nachmittag zu verlassen und direkt nach Etna zu hitchhiken. Um Etna herum waren die Leute sehr freundlich gegenüber Hikern und so fand ich schnell eine Mitfahrgelegenheit nach Callahan und von dort nach Etna. Auf dem Weg dahin würde der Rauch immer dichter und offensichtlicher.
Die Hilfsbereitschaft gegenüber Hikern in Etna war unglaublich. Nicht nur dürften wir im Park übernachten, es gab auch eine Dusche, beleuchtete Toiletten (meist wird die Beleuchtung nach 22:00 Uhr abgeschaltet) und reichlich Steckdosen um unsere Geräte zu laden. Gleichzeitig fand ein Rodeo statt und wir Hiker wurden ausdrücklich begrüßt. Als ich die Treppe der Tribüne runter ging würde ich mit einem lauten „Turtle“ begrüßt. Viele meiner Freunde saßen schon da. Es war ein bisschen peinlich, aber gleichzeitig auch super schön alle wieder zu sehen.
Das wichtigste war aber zu entscheiden wie es weiter gehen sollte. Ihr habt vielleicht in den Nachrichten vom McKinney fire gehört das in der Nähe wütete und der Hauptgrund für die Sperrung war/ist. Gleichzeitig gibt es das windigo/ Tolo fire in Oregon, dass auch für eine Sperrung des pct’s sorgt. Das einzige was klar war, war das wir alle nach Ashland kommen mussten.
Am nächsten Morgen hitchhikte ich also mit zwei Freunden Richtung Ashland und das erste Auto hielt direkt an. Eine junge Frau nahm uns mit. Sie hielt sogar kurz an der Grenze zu Oregon, damit wir ein Bild machen konnten.
Etna war in der Zwischenzeit dabei Busse zu organisieren, die Hiker nach Ashland bringen sollten während sich die Stadt gleichzeitig auf die Möglichkeit vorbereitete evakuiert zu werden.
In Ashland gab es noch mehr Rauch, so dass man die Berge kaum sehen konnte. Das war wesentlich schlimmer als in Etna. Allerdings waren die Hiker über die ganze Stadt verteilt und dadurch die Kommunikation unter uns wesentlich schwieriger. Ich hatte Glück und bekam noch ein Zimmer in einem Motel, hatte aber keine Ahnung wie es jetzt weiter gehen sollte. Also sprach ich am nächsten Morgen alle Hiker an , und fragte was sie jetzt machen. Ich ging frühstücken und traf auf drei junge Männer die ähnlich ratlos waren wie ich, aber gemeinsam beschlossen wir bei Highway 66 zum trail zurück zu kehren und nach Crater Lake zu laufen. Nördlich von Crater Lake war der trail wider gesperrt wegen des windigo Feuers. Die drei hatten bereits einen Fahrer, aber es gab genug Platz im Auto, so dass ich mitfahren konnte.
Mittags war ich wieder auf dem trail und hätte ca 85 Meilen vor mir bis Crater Lake. Gestern am frühen Nachmittag bin ich im Mazama Village unterhalb des Sees angekommen und heute morgen zum Rand aufgestiegen. Der See hat eine unglaublich intensive Blaufärbung und ist sehr beeindruckend, wird aber vermutlich eine der wenigen Sehenswürdigkeiten in Oregon bleiben, die ich tatsächlich sehen werde, da es noch eine Sperrung wegen des lionshead Feuers des letzten Jahres gibt. Das ist extra schwierig zu umgehen und so werde ich vermutlich bis knapp südlich vor Mt Hood skippen müssen und dann nur noch die letzten Meilen bis Cascade Lock’s laufen und über die Bridge of Gods nach Washington gelangen.
Es sieht so aus als wäre mein trail deutlich schneller zu Ende als geplant. Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge, da ich mich auf zu Hause und Familie und Freunde freue, aber meine Freunde hier vermutlich nie wieder sehen werde.
Ich hänge noch ein Bild von Crater Lake an und von dem Tag bevor ich den Trail verlassen musste.

31.7.2022

Photos von Castle Craigs. Das erste ist von der anderen Seite des Highway und das zweite von heute morgen, der Blick zurück.

28.7.2022

Tut mir leid, es hat Mal wieder etwas gedauert bis ich Zeit und Internet für eine Email hatte, aber endlich habe ich Mal wieder einen Ruhetag. Gestern habe ich die 1500 Meilen überschritten und bin jetzt in einer kleinen Stadt namens Dunsmuir. Sie liegt in der Nähe von Mt Shasta der seit Tagen die Landschaft überragt und prägt.
Wie ich schon in der letzten E-Mail erwähnte, hatte ich vor, die burn zone des Dixie Feuers vom letzten Jahr zu überspringen und habe das auch getan. Am Ende der Strecke von Sierra City Richtung Bucks Lake musste man eineinhalb Tage durch die burn zone vom bear fire von 2018 laufen. Das war fast schon gespenstisch. All diese schwarzen, verbrannten Bäume an deren Stämmen unzählige weiße Pilze wuchsen, das werde ich nicht vergessen. Noch schlimmer fand ich allerdings die Löcher in denen noch ein Rest verbrannten Holzes steckte und auch die Wurzeln weggebrannt waren. Mir ist bewusst, dass Feuer hier ein natürliches Phänomen ist und ein Teil der Bäume Feuer zur Vermehrung brauchen, aber diese Feuer gehen auf das Konto von uns Menschen und sie verwüsten riesige Gebiete. Ich konnte das einfach nicht länger ertragen und bin von Bucks Lake nach Old Station gefahren. Das sind etwa 120 Laufmeilen falls ich mich nicht verrechnet habe. Eigentlich wollte ich wenigstens Lassen Volcano Park ansehen, aber es war einfacher direkt bis Old Station zu springen plus Leute erzählten, dass es dort auch heftig gebrannt hat.
Diese eineinhalb Tage, die ich nach Old Station brauchte, hatte ich unglaublich viel Glück. Als ich aus dem Wald auf die Straße kam, fuhr gleichzeitig ein Auto auf der anderen Seite und zwei Hiker stiegen aus. Die Fahrerin stieg ebenfalls aus, winkte mir zu und fragte ob ich eine Mitfahrgelegenheit nach Quincy bräuchte, und genau da wollte ich hin.
Sie ist der erstaunlichste trailangel den ich bisher getroffen habe. Wir unterhielten uns im Auto und sie begriff sehr schnell, dass ich noch gar nicht so recht wusste wie es weiter geht. Also bot sie mir an mit nach Beldon zu fahren, wo sie einen weiteren Hiker einsammeln würde, der ebenfalls nicht durch die burn zone laufen wollte. DiePCTA überlässt es den Hikern ob sie dadurch gehen wollen oder nicht. Das Gebiet ist offen, aber wir müssen nicht durch, da es potentiell gefährlich ist. Mich beunruhigte vor allem die Tatsache, dass niemand weiß, was wir da an Giftstoffen einatmen oder auch nicht.
Der Hiker den wir einsammelten erwies sich als einer der Nettesten und interessantesten Personen, die ich soweit getroffen habe, und nachdem ich im Haus von Denise ( trailangel) geduscht, Wäsche gewaschen, gegessen und eingekauft habe, fuhr sie uns zur Bushaltestelle und fünf Minuten später saßen wir im (kostenlosen) Bus nach Chester. Ich hatte keine Vorstellung gehabt wie groß die verbrannte Fläche war, und so richtig weiß ich es immer noch nicht, aber die ganze Zeit auf der etwa eineinhalb stündigen Fahrt, sah man verbrannte Wälder. Denise hatte uns erzählt, dass sie mehrfach evakuiert worden waren und wir konnten sehen wie nah das Feuer an die Stadt gekommen war.
Chester ist minimal größer als Quincy, eine niedliche verträumte kleine Stadt. Leider waren alle billigeren Hotels von Holzarbeitern belegt und andere Hiker erzählten uns, das man im Park am Fluss übernachten könnte. Da es noch relativ früh am Tag war, beschlossen wir zunächst etwas zu essen und ein paar Vorräte für den Abend zu kaufen. Dann sahen wir uns den Park an. Man sollte auf der kleinen, überdachten Bühne schlafen, aber nicht zelten.
Mit der Zeit füllte sich die Fläche und wir überlegten doch in ein Hotel zu gehen. Eines der günstigen hatte vielleicht einen no show und sie wollten zurück rufen. Der Anruf kam leider nicht und wir versuchten es beim sehr teuren best Western. Da war noch ein Zimmer mit zwei Betten frei und wenn man die Kosten teilt und Frühstück dazurechnet war es nicht mehr ganz so schlimm. Und man hat eine ruhige Nacht!
Am nächsten Morgen sind wir zum Park zurück um dort einen trailangel zu treffen, der uns nach Old Station fahren sollte. Die anderen Hiker hatten eine weniger ruhige Nacht gehabt, da die Sprinkleranlage mitten in der Nacht losgegangen ist und nicht wie normal um sieben Uhr morgens. Damit hatte es sich eindeutig gelohnt in den sauren Apfel zu beißen und die Kosten für’s Hotel in Kauf zu nehmen.
 Fünf Minuten später saßen wir im Auto nach Old Station inklusive einer Tour zu den Lava caves und trailmagik auf einem Parkplatz. Leider mussten wir drei Meilen zur Post in der glühenden Mittagshitze laufen und sweetwater’s package war noch nicht da. Das gab uns Zeit zu überlegen, was als nächstes zu tun wäre. Bei mir kam der plötzliche drang auf, auf den Trail zurück zu kehren und so bin ich gegen vier aufgebrochen, da um die Zeit die Hitze anfängt erträglich zu werden.
Ein wenig hatte ich das Gefühl wegzulaufen. Es fällt mir schwer Freunde zu verlieren und Sweetwater hatte mir gesagt, dass er in Dunsmuir den Trail verlässt. Er ist letztes Jahr gelaufen und hat nur die Gebiete nachgeholt, die er wegen der Feuer nicht laufen konnte und mir fiel es wohl mal wieder schwer einem Freund lebe Wohl zu sagen und wollte es lieber früher als später hinter mich bringen.
Seither bin ich meist 20 plus Meilen gelaufendie letzten drei Tage sogar 25 plus. Selbst bergauf bin ich schneller und ausdauernder geworden. Sweetwater hat mir daraufhin einen neuen Namen gegeben (inoffiziell) : Speedy turtle. Find ich gut! Dabei habe ich eine Gruppe alter Bekannter wieder getroffen, mit denen ich von Wrightwood bis Kennedy Meadows Süd parallel gelaufen war. Die meinten auch ich sei nicht mehr die alte Turtle und es war mit Sicherheit als Kompliment gemeint.
Ich hänge noch ein Bild von Mt Shasta an und eines von Burney Falls. Leider lässt mich mein Telefon nicht auf ältere Bilder, wie die aus der burn zone zurück greifen, also kann ich euch die erst zeigen, wenn ich wieder in der Zivilisation bin.

17.7.2022

Wieder sind fünf Tage vergangen, in denen ich täglich ca 20 Meilen durch wunderschöne Landschaften gelaufen bin. In der Gegend um Tahoe herum gibt es reichlich Seen teilweise mit traumhaften Wochenendhäusern entlang der Ufer. Es ging abwechselnd durch Granit geprägte Areale oder vulkanischen Ursprungs. Und immer wieder Hänge und Wiesen voller Wildblumen. Einfach unbeschreiblich schön!
Am Tag nachdem ich aus Tahoe fort gegangen bin, zog wieder Rauch von einem Waldbrand auf. Dieses Mal kam es vom Feuer in Yosemite National Park und so dicht und schnell, dass man zusehen konnte wie die Gipfel der Berge im rosafarbenen Dunst verschwanden. Zum Glück war ich gerade am Sattelpunkt und stieg in das nächste Tal. Dort war noch nicht so viel Rauch angekommen und der Wind schien alles  in eine andere Richtung zu verteilen. Nach etwa ein bis zwei Stunden war nur noch ein dünner Dunstfilm übrig und auch der Brandgeruch war verschwunden.
Ansonsten ist nicht viel passiert, ich laufe jeden Tag meine Meilen und freue mich über die Aussicht die sich mir bietet. Im Moment bin ich in einer sehr kleinen Stadt mit dem großen Namen Sierra City, und bin für die Nacht in einem privaten Haus untergekommen. Die Frau, der das Haus gehört, scheint die Gesellschaft Fremder, insbesondere Hiker, zu mögen und ist sehr freundlich. Ich fühle mich in ihrem Haus fast wie zu Hause. Sie hat einen wunderschönen Blumengarten, der über dem Bach liegt, den ich heute morgen entlang gelaufen bin. Am unteren Ende erweitert sich der Bach zu einem großen, tiefen Becken in dem ich kurz schwimmen war, bevor ich geduscht habe. Verglichen mit anderen Bächen in letzter Zeit war dieser noch sehr kalt aber erfrischend.
Morgen früh mache ich mich wieder auf den Weg. Dabei Frage ich mich noch immer ob ich durch das Brandgebiet des Dixie Feuers vom letzten Jahr laufen soll oder nicht. Eigentlich wollte ich nicht, aber es scheint schwierig zu sein das Gebiet zu umfahren. Außerdem liegt auch Lassen volcano park darin und den würde ich gerne sehen. Nun habe ich noch drei Tage Zeit mich zu entscheiden.
Wie üblich hänge ich noch ein paar Bilder an. Das erste ist ein namenloser See und das zweite Lake Tahoe in der Ferne ohne Dunst. Hier noch drei Bilder der vergangenen Woche. Das erste ist Castle Rock, jenseits von Highway 80, das zweite ein für mich namenloser Vulkan und das dritte zeigt meinen Schatten vor einer Blumenwiese und Tinker Knob.

11.7.2022

Bevor sich alle aufregen, nein, ich bin nicht in ein Feuer geraten , zumindest nicht direkt, aber den zweiten Tag nach Kennedy Meadows war der Himmel morgens sehr schön pink gefärbt. Und die Farbe verstärkte sich noch mit der Zeit. Als ich mich auf den Weg machte schien sich ein Gipfel besonders zu verfärben und ich fragte mich, ob es ein Sandsturm sei. Aber das war wirklich lächerlich, warum und wieso sollte da ein Sandsturm sein, und dann kam der Geruch, irgend etwas war am brennen. In meinem Kopf fingen alle Alarmglocken an zu klingeln. Aber außer dem rosa Himmel, etwas Dunst und dem Geruch gab es keine Hinweise auf eine echte Gefahr. Trotzdem entschied ich mich zum Zeltplatz zurück zu gehen und mit dem anderen hiker zu sprechen der dort die Nacht verbracht hatte. Er war ebenfalls dabei seine Sachen zu packen und fast fertig. Ich fragte ihn, ob er etwas über Feuer in der Gegend gehört hätte und er antwortete, dass es eines in ca 80 Meilen Entfernung gäbe, aber die Leute in Tahoe nicht beunruhigt wären. Wenn ich wollte könnte er den Feuerreport checken und das tat er auch. Keine Feuer in der Nähe des PCT‘ s. Das beruhigte mich, aber nur etwas, der Geruch war stark und ich bekam Kopfschmerzen, etwas das ich seit ich auf dem Trail bin praktisch gar nicht mehr hatte. Ich musste mich entscheiden und fing an zu gehen.
Es war schon eine komische Atmosphäre, der Dunst, der Geruch und die Sonne, deren Strahlen durch den Dunst gebrochen wurden. Das ganze Tal schien sich mit smog zu füllen und ich war regelrecht erleichtert, als ich merkte, dass der trail sich bergauf schlängelte und in ein anderes Tal wechseln würde..
In der Tat war das nächste Tal deutlich weniger betroffen und mit dem stärker werdenden Wind verschwand der Geruch zunehmend, nur der Dunst blieb den ganzen Tag.
Gegen neun Uhr näherte ich mich einer Straße und sah zwei weitere hiker, die ich den Tag vorher und auch an diesem Morgen schon gesehen hatte. Sie saßen auf richtigen Stühlen an einem Tisch und eine weitere Person sprang auf, lief auf mich zu und fragte ob ich Turtle wäre. Ich sagte ja und wusste bereits, dass trailmagik auf mich wartete. Erstaunlich, dass es immer dann passiert, wenn man es am dringendsten braucht.
Und so saß ich auf einem richtigen Stuhl an einem Tisch und bekam Pfannkuchen gereicht, trank Orangensaft, echt lecker. Ich glaube ich trank die halbe Flasche, und es war eine große Flasche. Dann fing ich an an einem Croissant zu knabbern während ich mit den trailangels plauderte, Machete und Blue, die lächelten, weil ich gesagt hatte, ich würde auf dem Trail nicht essen. Und hier saß ich und ass vier Pfannkuchen, ein Croissant, einen Apfel und trank jede Menge Orangensaft. Was sie nicht realisierten, das alles war für mich, Frühstück und Lunch in einem und ich würde erst wieder am Abend essen.
Es war auf jeden Fall nett mit ihnen zu reden. Sie fragten uns, wo wir herkommen, wie es so war auf dem Trail bisher und erzählten auch über ihre eigenen Erfahrungen letztes Jahr, als sie den PCT gelaufen sind. Aber schließlich mussten wir weiter und sie haben uns noch Chipstütchen und Obst mitgegeben, da sie selber auch zusammen packen wollten. Sie hatten bereits den Tag vorher viele Hiker bewirtet und wir waren mehr oder weniger die letzten. Allerdings nahm ich nur zwei Orangen
und zwei Tütchen Chips mit. Mehr wollte ich nicht tragen.
Und so verabschiedeten wir uns von den trailangels und wanderten weiter. Da die anderen beiden deutlich schneller waren als ich, trennten auch wir uns und ich war wieder alleine in der bizarren Vulkanlandschaft mit vielen Blumen die in allen Farben auf den Hängen wachsen. Der Fahrer der uns von Kennedy Meadows zurück zum trail gebracht hatte, hatte bereits von blühenden Wiesen gesprochen. Allerdings fehlte mir für Wiesen das Gras. Schön war es aber trotzdem, manchmal nur blau und gelb oder weiß und pink, manchmal bunt gemischt und dazu skurrile Figuren, die man in den Felsen sehen konnte. Ich hatte meinen Spass durch diese Landschaft zu laufen, wäre noch schöner gewesen, wenn es nicht so steil gewesen wäre.
Das beste kam dann aber gegen Ende des Tages. Ich traf wieder auf die beiden hiker vom Morgen. Sie saßen im Schatten eines großen Baumes und starrten auf ihre Handys. Es gab da oben tatsächlich Empfang. Das hatte es schon lange nicht mehr gegeben. Ich holte sofort mein Handy raus und war total happy, auch ich hatte Empfang und Internet.
Im Desert hatte man häufig Internet auch wenn man nicht in einer Stadt war, aber in der High Sierra gab es das praktisch gar nicht mehr, um so erstaunlicher hier plötzlich mitten im nirgendwo Internet zu haben. Ich checkte meine e-mails und machte mich dann beflügelt auf den Weg die letzten Meilen des Tages hinter mich zu bringen. Vorgestern habe ich sogar Mal wieder mehr als 20 Meilen geschafft, so dass ich gestern nur noch zwei Meilen zum highway 50 laufen musste um nach Tahoe South zu hitchhiken.
Mir ist es hier aber zu überlaufen und so werde ich im Laufe des Tages wieder auf den Trail zurück gehen. Die Auswirkungen des Feuers kann man hier übrigens auch sehen. Gestern morgen, als ich noch hoch über der Stadt und dem See war, sah ich statt des Sees nur ein Nebelfeld und dachte es wäre der See, der diesen Dampf erzeugt. Der nette mensch, der mich bei Highway 50 mitnahm klärte mich dann auf, dass auch dies der Rauch des Feuers in 80 Meilen Entfernung sei. Er meinte es sei ein ungewöhnlich Rauch intensives Feuer, was ver.utlich daran liegt, das noch viel Feuchtigkeit vorhanden ist, bzw grünes Material brennt. Mir ist nur wichtig, dass niemand zu Schaden kommt und sich das Feuer nicht in Richtung des PCT ausbreitet.
Ich habe noch ein Bild vom See, den man eben nicht sieht angehängt und vom rosa farbenen Himmel den Tag davor.

6.7.2022

Ein weiterer Meilenstein ist erreicht, vor zwei Tagen habe ich die 1000 Meilen Marke überschritten. Irgendwie ist es nur eine Zahl und ich selber habe eigentlich keine Vorstellung wie viel das ist, aber die meisten Hiker waren (und sind) recht aufgeregt und beeindruckt.
Zur Zeit bin ich in Kennedy Meadows north (hat nichts mit dem anderen Kennedy Meadows im Süden zu tun, nur zufällig den selben Namen) einer Ferienanlage ähnlich wie Vermillion. Hier kommen allerdings fast alle hiker hin, da sie die geliehenen Bären Kanister wieder abgeben können bzw, wer einen besitzt, kann ihn Heim oder voraus schicken. Ich werde meinen noch ein bisschen behalten, da ich mich damit was Bären angeht ein wenig sicherer fühle und ich hab mich dran gewöhnt. Vermutlich schicke ich ihn später voraus.
Die letzten Tage waren mal wieder sehr anspruchsvoll und ermüdend. Wir waren im Yosemite National Park, nicht in der Nähe der Hauptattraktionen wie El Capitan oder Half Dome, sondern von Red Meadows aus sind wir in ein sehr schönes langes Tal gekommen, Tuolumne Meadows. Von dort aus hätte man mit einem Bus in das Haupttal von Yosemite fahren können, aber da ich vor dem Schnee durch Washington durch sein möchte, spare ich mir das. Man hat einfach nie genug Zeit auf dem Trail.
Die zwei Tage nach Tuolumne waren extrem anstrengend. Wir müssten jeden Tag drei Berge und einen Pass hoch und wieder runter steigen. Alle waren am klagen. Erstaunlicher Weise habe ich es trotzdem wieder geschafft auf täglich 20 Meilen zu kommen.
Wie alle anderen auch wäre ich gerne am 4. Juli in Kennedy Meadows angekommen, aber leider hat es nicht ganz geklappt. Am letzten Tag mussten wir über und um eine Reihe von erloschenen Vulkanen herum auf über 10500 Füßen um so den Sonora Pass zu erreichen. Ich habe es auf die Höhe geschafft, aber dann fehlte mir einfach die Zeit die verbliebenen 7 Meilen zu laufen und habe dann auf der Höhe gezeltet. Ich hatte einen sehr geschützten Platz gefunden mit wunderschönen Ausblick am Morgen und Blick auf die Milchstraße in der Nacht. Leider konnte ich so gut wie gar nicht schlafen. Am Tag zuvor hatte ich einen sehr trockenen Hals und kaum noch Stimme. Außerdem hatte ich angefangen zu Husten. Ich war mir nicht sicher, wie gut das mit der Höhenlage funktionieren würde. Immerhin hatte ich so einen frühen Start und konnte schnell feststellen, dass es eine gute Idee gewesen war nicht abends noch weiter zu laufen, da einige große Schneefelder zu überqueren waren. Nach den 20 Meilen am Tag vorher wäre das Recht gefährlich gewesen. So war es anstrengend aber OK und gegen 8:30 Uhr hatte ich die 7 Meilen geschafft und war am Parkplatz, wo bereits ein anderer hiker versuchte nach Kennedy Meadows zu hitchhiken. Das reguläre Shuttle sollte nämlich erst um 10:30 kommen, aber wir hatten Glück, da so viele Hiker zum 4. Juli gekommen waren und sie zum Trail zurück wollten, gab es ein früheres Shuttle. Um 9:30 Uhr saß ich am Tisch und ass mein Frühstück. Da ich es immer noch nicht schaffe auf dem Trail genug zu essen, habe ich in trailtowns immer einen Bärenhunger.
Moment versuche ich zu entscheiden, ob ich heute weiter gehe oder noch bleibe, da mein Husten eher schlimmer geworden ist. Ich fühle mich nicht krank, aber viele Hiker hatten ähnliche Symptome, teilweise mit hohem Fieber und es geht das Gerücht um, dass es eine covid Infektion sei, da einige hiker in Mammoth positiv getestet wurden.
Bis auf den Husten geht es mir aber gut und die nächsten Tage sollen weniger anstrengend sein, daher würde ich wohl heute Nachmittag auf den Trail zurück gehen.
Ich werde noch ein Photo mit Blick vom Vulkan anhängen und eine der Wiesen am Morgen mit Frost auf dem Gras und dampfendem Fluss.

29.6.2022

ich bin jetzt in Mammoth Lakes, einem high end ski resort, das aber auch bei Hikern sehr beliebt ist um Lebensmittel oder Ausrüstung nach zu kaufen. Und wie versprochen erzähle ich noch ein bisschen über die letzten Tage in der High Sierra.
Nachdem ich mich damit abgefunden hatte, dass ich nicht über den Forrester Pass gehen würde, musste ich einen Weg finden, wieder auf den Trail zurück zu kehren. Viele Hiker verlassen den Trail über den kearsarge pass kurz nach Forrester Pass, um in Bishop einzukaufen. Das war also der Weg zurück. Und wir hatten eine Menge Glück an diesem Tag. In einer kleinen Bäckerei frühstückten wir und unterhielten uns mit dem Pärchen am Nachbartisch. Wir wollten noch nach Bishop, da traveler neue Schuhe brauchte und Lone Pine nichts hatte.
Wir verließen die Bäckerei zur selben Zeit wie das Pärchen, um nach Bishop zu hitchhiken. Man hätte uns gesagt an der Ampel wäre der beste Platz. Damit die Leute besser anhalten konnten wechselten wir aber über die Seitenstraße. Kaum hatten wir das getan, hielt vor uns ein schwarzer Tesla, es war das Pärchen aus der Bäckerei. Sie wollten nach Mammoth Lakes zu einer Hochzeit. Da Bishop auf dem Weg dahin liegt, nahmen sie uns gerne mit.
Nach einer Stunde waren wir in Bishop, kauften Schuhe und Lebensmittel und versuchten wieder Richtung Lone Pine zu hitchhiken. Der trailhead zum kearsarge pass liegt im Onion Valley oberhalb von Independence, was wiederum zwei Drittel der Strecke nach Lone Pine liegt.
Ca zehn Minuten später hält ein SUV vor uns an, darin ein hiker auf dem Weg nach Lone Pine. Gerne nimmt er uns mit und erzählt dass er den nächsten Tag andere Hiker zum trailhead fahren wird. Darauf erklären wir, dass wir da auch hin wollen und er fragt ob er uns direkt hinbringen soll. Wir sind begeistert, es ist erst fünf Uhr nachmittags und wir könnten noch ein paar Meilen laufen. Und so kommen wir direkt zum trailhead. Es hätte nicht besser laufen können.
Allerdings zieht oben gerade eine dunkle Wolken Front auf und wir bleiben lieber doch die Nacht auf dem Campingplatz neben dem Hiker Parkplatz.
Am nächsten Morgen starten wir früh, wie immer und laufen dem Pass entgegen. Ich merke wie die Luft dünner wird und muss häufig anhalten um durchzuatmen. Das ist aber kein Problem, es gibt genug zu schauen und zu fotografieren. Selbst der Wind scheint mir die Luft zum Atmen zu nehmen, aber traveler ist da und beruhigt mich und so schaffen wir es auf den Pass. Oben ist dann alles in Ordnung und ich genieße die Ruhe und den Ausblick, einfach nur glücklich es geschafft zu haben.
Der Abstieg ist lang und wir haben noch einige Meilen vor uns bevor wir wieder auf dem PCT sind und wir müssen noch einen zweiten Pass überwinden.
Das laufen geht gut und da wir nicht im Tal mit dem Anstieg anfangen müssen wie die hiker die vom Forrester Pass kommen, sondern auf halber Höhe, scheint alles gut. Aber Glen Pass ist steil und am Ende müssen wir auf dem schmalen Weg auch noch über Felsen klettern. Kein Spass für mich, aber es muss sein. Insgesamt fand ich war Glen Pass einer der schwersten Pässe, steil, lang und schwer zu laufen und ich war froh als wir endlich oben waren.
Auf der anderen Seite lagen ein paar Seen, tief blau und wunderschön, aber ansonsten nur Felsen und Steine. Ein paar Schneefelder gab es noch, aber kein großes Problem.
Wir stiegen weiter ab zur nächst tieferen Lage, wo Bäume und Gras wuchsen. Unser Ziel waren die Rae lakes. Dort wollten wir zelten. Aber zuerst mussten wir unsere erste Flussüberquerung meistern. Wobei es nicht wirklich ein Fluss war sondern die Verbindung zwischen zwei Seen, tief und schnell fließend. Die Steine die dort lagen waren mir eigentlich zu weit auseinander, also versuchte ich noch schnell wenigstens Telefon und Kamara wasserdicht zu verpacken, während traveler schon die andere Seite erreicht hatte.
Mir war gar nicht wohl, aber es musste sein, also versuchte ich es auch. Mitten drin verlor ich etwas das Gleichgewicht, musste ins Wasser treten, glücklicher Weise auf einen Stein, konnte wieder die Balance finden und kam mit einem nassen Fuss auf der anderen Seite an. Wäre ich gefallen und alle Sachen nass geworden, hätte ich eine höchst unangenehme weil kalte Nacht vor mir habt. Es war schon nach 18:00 Uhr und die Sachn wären nicht mehr getrocknet. Größere Flussquerungen habe ich danach fast immer in Flipflops gemacht, da ich die Steine einfach sehr unsicher fand.
Der Zeltplatz war aber zum Glück nicht mehr weit und wir verschwanden sehr schnell in unseren zelten nachdem wir sie aufgebaut und gekocht hatten.
Die folgenden Tage verliefen alle nach dem gleichen Schema, morgens über einen Pass und dann so dicht wie möglich an den nächsten heran laufen. Der Anstieg wurde stets mit traumhaften Ausblicken über das nächste Tal belohnt und mit dem Gefühl auf einer Höhe mit den umliegenden Bergen zu sein. Den grünen Bereich der Täler sah man meist erst wenn man weiter abgestiegen war, aber es gab dann immer einen Fluss, dem man den Rest des Tages folgte. Oft konnte man ihn hören aber nicht sehen, da die Täler sehr grün sind und riesige Kiefern Birken und sequoias darin wachsen.
Die Schönheit der Landschaft ist wirklich kaum in Worte zu fassen, aber ich wollte noch erklären, warum ich sie in der letzten E-Mail auch als tödlich bezeichnet hatte. Alles ist so abgelegen und unzugänglich, dass man immer erst über einige Pässe muss um wieder heraus zu kommen und in die Zivilisation zurück zu kehren. Eine Nacht am Anfang bin ich wach geworden und hatte deshalb eine Panikattacke, die ich aber schnell unter Kontrolle bekommen habe. Es ist wirklich kein Spass und die Wege sind oft sehr schwierig zu begehen wegen der Felsen und hohen Stufen. Meine Füße haben so einiges mitgemacht, aber bisher ohne große Probleme.
Auch die Pässe waren sehr unterschiedlich. Einer machte mir besonders Angst, da wir den Tag vorher einen Dänen trafen, der umgekehrt war ,weil er diesen Pass, Mather Pass, nicht gehen konnte und wollte. Er sagte es sei ein Abgrund direkt neben dem Trail, nicht nur ein steiler Hang wie sonst. Ich weiß nicht ob ich es wirklich als Glück bezeichnen soll, aber als wir uns am nächsten Tag Mather näherten, zogen dunkle Wolken auf und es fing an zu schneien. Oben war die Sicht auf wenige Meter gesunken und ich konnte keinen Abgrund sehen. Im Gegenteil, da Mather nur ein sehr kurzes steiles Stück hatte, war er für mich einer der einfachsten Pässe und ich hatte keine Schwierigkeiten ihn zu überwinden.
Der schlimmste Pass war meiner Meinung nach Muir Pass einen Tag später. Der Anstieg war lang und unübersichtlich. Zusätzlich gab es viele Schneefelder auf der Südseite und der trail war selten sichtbar. Wir konnten nur den Spuren derer folgen, die vor uns gegangen waren. Am Ende mussten wir ein Steilstück ohne Schnee hochklettern und dann noch ein Schneefeld überqueren. Meine Lungen brannten und ich hatte keine Kraft mehr, aber den Willen anzukommen und dann endlich tauchte die Schutzhütte vor uns auf, wir waren oben und alles war wieder gut. Bis auf den Hagelsturm der aufzog, aber da waren wir schon wieder auf dem Weg ins Tal. Und Evolution Creek, das Tal nach Muir Pass war hundertprozentig jede Anstrengung wert, wie auch alle anderen Täler und Pässe mit ihren wunderschönen Ausblicken.
Noch ein Wort zum Wetter, wir hatten einen Schneesturm bei Mather Pass, danach Regen, Hagel und Regen bei Muir und die folgenden Tage Gewitter und leichten Regen. Nachdem sich das Wetter wieder beruhigt hatte wurden wir von Mücken attackiert, aber trotzdem war es wirklich jede Anstrengung wert!!!
Leider habe ich keine Schlechtwetterbilder auf meinem Telefon, werde dafür schöne des letzten Tages anhängen.

26.6.2022

Tut mir leid, es hat etwas gedauert seit der letzten E-Mail und es ist viel passiert. Von Kennedy Meadows ging es direkt hoch in die Berge. Den ersten Tag morgens auf über 8000 Füße und abends ein zweiter Berg mit über 9000 Füßen. Dazwischen lag ein Tal auf etwa 7000 Füßen, wunderschön mit Wiese und Fluss der sich hindurch schlängelte. Schlimm war nur, dass sich mein Rucksack mit dem Bear canister den man ab Kennedy Meadows haben muss, anfühlte, als hätte ich alle Steine die am Weg lagen eingesammelt. Und irgendwie hatte ich die Vorstellung, dass ich trotzdem unbedingt 20 Meilen schaffen müsste. Habe ich auch, obwohl der zweite Berg wirklich kein Spass mehr war und ich meine ganze Willenskraft aufbringen musste um weiter zu gehen. Dafür waren aber die Ausblicke, die man hätte traumhaft schön.
Der zweite Tag lief ähnlich ab. Immer wieder schöne Aussicht, aber Quälerei mit dem Gewicht des Rucksacks. Dazu kam aber auch der sinkende Sauerstoffgehalt der Luft mit steigender Höhe. Etwas, das in meinen Planungen und Überlegungen nie eine Rolle gespielt hatte. Aber die Auswirkungen bekam ich jetzt zu spüren, ohne es wirklich einordnen zu können. Mir fiel auf, dass ich oft anhalten musste um einfach nur zu atmen. Irgendwie fehlte etwas, logisch, Sauerstoff, sollte man wissen, aber in meiner Naivität machte es nicht Klick. Auch beim Trinken bekam ich hinterher regelrecht Schnappatmung. Mir waren nur die 20 Meilen wichtig, die ich unbedingt schaffen wollte. Und das rächte sich am nächsten Tag!
Meine neue Mitstreiterin, eine deutsche aus Schwerin, war morgens noch nicht ganz fertig und mir wurde kalt. Wir hatten auf etwas über 10000 Füßen gezeltet und es sollte direkt höher auf über 11000 Füße gehen.
Also machte ich mich schon mal auf den Weg. Traveler, so ihr trailname, läuft ein bisschen schneller als ich, besonders bergauf, also war es kein Problem wenn ich etwas früher starte. Munter machte ich mich auf den Weg, aber hatte sehr schnell das Gefühl nicht genug Luft zu bekommen. Und da habe ich endlich begriffen, hier oben fehlt Sauerstoff und die Probleme, die ich den Tag vorher hatte,waren das Ergebnis. Das wiederum löste bei mir eine Panikattacke aus, ich war völlig neben der Spur. Wenn ich auf 11000 Füßen Probleme habe, was passiert am Forrester Pass, der auf 13000 Füßen liegt (der höchste Punkt des PCT). Wenn ich da Probleme habe und Panik bekomme, wie werde ich damit fertig, kann ich das überhaupt machen oder gefährde ich meine Mithiker oder eventuelle Rettungskräfte?
Ich ging langsam weiter, mehr oder weniger in Tränen aufgelöst, als ein anderer hiker von rechts auf den Trail zurück kam. Er hatte am Bach Wasser geholt und wir kannten uns vom sehen und einigen Gesprächen. Er sah, daß ich neben der Spur war und versuchte mich zu beruhigen. Letztlich wies er mich darauf hin, dass es in etwas mehr als 2 Meilen eine Abstiegs Möglichkeit nach Lone pine gab und wenn ich unsicher wäre, dies die beste Lösung sei. Ich ging noch ein paar Meter weiter mit ihm, bis ich Traveler kommen sah, bedankte mich bei ihm und wartete auf meine Kollegin.
Traveler war sehr mitfühlend und wir besprachen die Situation. Auch sie war sich nicht sicher wie dringend sie Forrester Pass gehen wollte und stimmte mit dem anderen Hiker überein, dass ein Abstieg nach Lone pine vermutlich sicherer wäre als das Risiko einer Panikattacke am Forrester Pass.
Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen und ich hadere immer noch damit, aber ich hatte mir von Anfang an vorgenommen weder mich noch andere zu gefährden und so sind wir schweren Herzens abgestiegen. Eigentlich dachte ich, ich hätte mich damit abgefunden, aber mir kommen immer noch Tränen, wenn ich daran zurück denke. Forrester Pass hatte miret Angst eingejagt, weil es dort eine schmale Passage mit Abgrund gibt und ich ja auch Höhenangst habe, aber ich habe nie daran gedacht, dass ich wegen Angst vor Sauerstoffmangel nicht über diesen Pass kommen würde.
Inzwischen bin ich in Vermilion, ein kleines Resort kurz vor Ende des ersten Abschnitts der High Sierra und habe 6 oder 7 Pässe mit knapp über 12000 Füßen bzw einer, der letzte, mit knapp unter 11000 Füßen überquert. Ich habe gelernt, dass man es hier langsam angehen lassen muss und auch die besten nicht mehr 20 Meilen rag laufen. Die High Sierra ist wahnsinnig schön aber auch anstrengend und manchmal tödlich. Das darf man nie vergessen, aber ich bin froh, dass ich mich überwunden habe und auch stolz nicht aufgegeben zu haben.
Ich hänge noch ein paar Bilder aus der High Sierra an und werde, wenn ich es zeitlich schaffe, in drei Tagen, von Mammoth Lake aus, mehr von den Erlebnissen in der High Sierra berichten.

14.6.2022

Ich bin 7 Tage durch gelaufen und gestern morgen in Kennedy Meadows angekommen. Alle Hiker hatten die letzten Tage nur noch von Kennedy Meadows gesprochen, keiner möchte mehr Wasser schleppen und Desert sehen. Allerdings ist hier alles sehr chaotisch und man muss ständig warten. Nichts für deutsche Nerven! Gestern habe ich den Tag damit verbracht, auf das Shuttle zu warten und schließlich 1 1/2 Stunden später mit anderen Hikern mitzufahren, um meine neuen Schuhe abzuholen, ca 3 Meilen vom General store entfernt, wieder etwa 1 Stunde zu warten, um in den Laden gelassen zu werden und dann im Restaurant nebenan etwa 1/2 Stunde zu warten um einen Burger zu bestellen, der wiederum ca eine Stunde später gebracht wurde. Sprich an diesem Tag habe ich nichts weiter erreicht. Immerhin neue Schuhe und Vorräte und einen Bear canister den man ab jetzt für Lebensmittel und andere riechende Dinge haben muss. Heute ging das Wartespiel dann mit Wäsche waschen und duschen weiter. Nebenher noch Essen bestellen und Freunde verabschieden, die nur einen zero day genommen haben.
Da einige gefragt haben, ich habe keine neue trailfamily gefunden, aber inzwischen bin ich auch ganz zufrieden damit, da ich gemerkt habe, dass es besser ist, wenn ich mein eigenes Tempo laufe und selbst entscheide, wann ich Pause mache. Allerdings ist die Sierra, die jetzt bevor steht, ein völlig neues Terrain mit neuen Herausforderungen und ich bin noch nicht sicher wie ich damit umgehen.
Wie ich schon sagte waren die letzten Tage im Desert sehr anstrengend und ich habe ständig mindestens 5 Liter Wasser getragen. Mein Geburtstag fiehl in diese Zeit, war aber sehr schön, da ich fast den ganzen Tag im Halbschatten unter lichten Eichen und Pinien laufen konnte und mir viel Zeit für Gespräche mit anderen genommen habe, plus ich habe an dem Tag die 600 Meilen geschafft. Als ich gegen drei Uhr an der Wasserstelle ankam, wurde ich mit einem Ständchen begrüßt und alle gratulierten. Ein paar hatten den ganzen Tag auf mich gewartet. Es war wirklich sehr schön. Irgendwie kennt mich jeder, nur ich habe manchmal Probleme mir die Namen der anderen zu merken.
Der nächste Tag war dafür der schlimmste bisher. Morgens war noch ok, aber dann ging es durch eine absolute Durststrecke. Kein Wasser, außer die von trailangels angelegten Wasserstellen im Abstand von ca 20 Meilen und der trail war wie Strand laufen. Grober Granitsand der keinerlei Halt gibt. Und am Abend das ganze auch noch bergauf. Ich bin an diesem Tag etwa 24 Meilen gelaufen und habe wahrscheinlich mehr als 8 Liter Wasser getrunken. Zu allem übel ist abends noch meine Matratze kaputt gegangen und flicken war leider nicht sehr effektiv, sprich ich habe auf dem Boden geschlafen oder auch nicht. Am nächsten Morgen war ich völlig fertig, kein Schlaf und keine Ahnung was ich tun sollte. Wie immer half die Gemeinschaft. Vielen ist ähnliches passiert, geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich hatte noch Glück, inzwischen hält meine Matratze die Luft weitgehend bis zum morgen. Sprich ich kann wieder schlafen. Man gewöhnt sich zwar auch an harten Untergrund, aber die Matratze ist doch angenehmer.
Morgen geht es dann in die High Sierra. Ich bin sehr gespannt wie ich mit der Höhe klar komme. Immerhin wird es meist über 3000 m hoch sein, mit dem höchsten Punkt, dem Forester Pass mit knapp über 4000 m.

7.6.2022

In letzter Zeit ist eigentlich nicht viel passiert, außer dass ich nicht wie geplant aus Aqua Dulce gekommen bin. Auf meinem Weg aus der Stadt konnte ich schon sehen und riechen, dass es auf einem Berg Richtung Norden brannte. Also in etwa die Richtung, die ich gehen wollte. Einzelne Autofahrer hielten auch an um mich auf die Gefahr hinzuweisen. Zu diesem Zeitpunkt bin ich davon ausgegangen, dass,  wenn es gefährlich wird, der PCT offiziell gesperrt werden würde und bin weiter gelaufen. Andere Personen sagten außerdem, dass der trail weiter östlich verläuft und daher keine Gefahr bestünde.
Inzwischen weiß ich, dass man selbst entscheiden muss ob man geht oder nicht. Die offiziellen Stellen können gar nicht so schnell sperren.
Jedenfalls kam mir, nachdem ich etwa 4 Meilen in sengender Hitze gelaufen war ein Trupp Hiker entgegen, die bereits oben auf dem Berg gewesen waren und meinten, der trail ginge genau auf das Feuer zu und es wäre besser umzukehren, was ich auch schweren Herzens tat. Die Frage war nur, wo bleiben in dieser Stadt, die eigentlich nichts hatte außer einem Liquor Store, 2 Restaurants und einem Handwerker Laden. Die anderen Hiker meinten wir könnten auf der Plaza vor den Restaurants übernachten, die wären sehr hikerfreundlich. Waren sie auch wirklich. Das mexikanische Restaurant, wo wir alle eintrafen, ließ uns sogar die Toiletten benutzen solange sie offen hatten.
Wirklich angenehm war es da trotzdem nicht. Etwa 20 Hiker saßen herum, liefen immer wieder zum Liquor Store um Bier und anderes zu kaufen und fingen letztlich an eine Party zu feiern.
Mir war nicht nach feiern, 8 Meilen umsonst gelaufen, der Zeitplan völlig über den Haufen geschmissen, so was mag ich einfach nicht. Und die Wahrscheinlichkeit vernünftig schlafen zu können eher gering. Zum Glück gab es noch eine andere Frau, die das ähnlich sah und wir fanden eine Familie, die dabei war eine Möglichkeit für hiker zu schaffen auf ihrem Grundstück zu übernachten. War zwar alles noch ein bisschen provisorisch, aber besser als die Plaza.
In Windeseile stellten sie noch eine Dusche auf, Steckdosen zum Laden von Telefon und anderem gab es bereits. Nur eine richtige Toilette fehlte leider. Aber auch dafür hatten sie eine Lösung, die zu großem Gelächter bei allen Beteiligten führte. Sie hatten einen Stuhl mit Eimer und reichlich Tüten zur Verfügung gestellt. Zum Glück brauchte das keiner. Aber lustig war es schon.
Den nächsten Tag bin ich dann wieder die selbe Strecke gelaufen. Immer wieder kreisten kleine Flugzeuge über dem Brandherd von gestern. Den hatte man nicht sehen können, nur den Rauch, da das eigentliche Feuer auf der Nordseite des Berges lag. Ich konnte später die Fläche des Brandes sehen, nicht sehr groß, sie haben das Feuer wohl früh entdeckt und schnell unter Kontrolle gebracht. Andere Hiker erzählten mir später, dass der trail offiziell auch nicht begangen werden sollte und sind per Uber oder trailangel zur Greenvalley fire station gefahren. Davon wusste ich aber nichts und bin gelaufen, eine schöne Strecke mit viel Eichenwald ( nicht zu vergleichen mit deutschem Eichenwald, aber eine Wohltat, weil deutlich kühler als offene Landschaft). Etwa 23 Meilen habe ich an dem Tag geschafft, bis dahin mein Rekord, den ich aber zwei Tage später gebrochen habe, weil ich unbedingt in Hikertown ankommen wollte und das waren 25 Meilen.
In Hikertown hatte ich einen halben freien Tag, da es zu heiß war zum laufen und alle erst abends wieder los sind, viele auch nachts noch unterwegs waren. Ich bin gegen 16:30 los und hatte um 20:00 knapp 12 Meilen hinter mich gebracht. Es war praktisch alles platt und zum Teil betoniert. Da konnte ich mal richtig loslegen. Alle waren sehr erstaunt, da ich ja sonst eher langsam unterwegs bin. Aber ich wollte nicht nachts laufen und so nah wie möglich an die Wasserstelle kommen.
Dies sind jetzt Gott sei Dank die letzten 2 Wochen in der Wüste, aber auch die schwersten, da Wasser nur noch alle 20 Meilen, teils noch mehr, zu finden ist. Das heißt ich habe ständig 5 Liter Wasser im Gepäck.
Hier in Tehachapi habe ich den trailangel vom Anfang in Campo wiedergetroffen. Er hat mich überzeugt die 8 Meilen, die ich eigentlich auslassen wollte, zu laufen. Meinte wenn ich es nicht tue würde ich es bereuen.
Also geht es nachher wieder raus in den Wind . Der weht hier absolut heftig. Gestern musste ich morgens noch 10 Meilen laufen um nach Tehachapi ( Betonung liegt auf der zweiten Silbe) zu kommen. Der Wind hat mich ständig aus der Bahn geworfen und einmal fast in den Stacheldrahtzaun. Wenn ich richtig informiert bin, ist hier die drittgrößte Windkraftanlage der Welt. Ich habe auf jeden Fall noch nie so viele Windräder auf einmal gesehen.
Irgendwie habe ich die letzten Tage kaum Photos gemacht, also hänge ich ein Bild von der Brandstelle bei Aqua Dulce an und total irre Wolken über dem letzten Berg vor Tehachapi.

30.5.2022

Es tut echt gut von euch zu hören und gibt mir jedesmal neue Kraft und Antrieb weiter zu machen. Meist habe ich genug Antrieb, aber klar gab es Momente, wo ich am liebsten zu Hause gewesen wäre, so von jetzt auf gleich, meist bin ich total happy und freue mich jeden Tag dass ich hier bin. Es ist wirklich das unglaublichste was ich je getan und erlebt habe. Aber solltet ihr Fragen haben oder so, stellt sie einfach. Ich bemühe mich sie so schnell wie möglich zu beantworten, hängt aber halt am Internet, ob ich Zugang habe oder nicht.
Heute morgen zb hatte ich einen Miniunfall. Ich habe mich im Vasquez Rocks Park, kurz vor Aqua Dulce, verlaufen und bin abwärts auf Geröll ins Rutschen gekommen und habe mich lang gelegt und den Ellenbogen aufgeschuerft. Nicht weiter schlimm, aber doof. Außerdem war das mexikanische Restaurant, wo ich essen wollte um 10 noch zu. Letztlich habe ich, wie einige andere auch, bis 11 gewartet und einen burrito gegessen. Allerdings bin ich jetzt so voll, dass ich noch nicht wieder losgehen kann. noch ist eh zu heiß.
Die Vasquez Rocks sind übrigens bekannt als Filmkulisse bzw Drehort unter anderem für MacGyver und Star Trek. Ein wirklich schöner Park, aber schlecht ausgeschildert.
Abgesehen davon ist nicht viel passiert die letzten Tage. Ich habe es über Mt Baden Powell geschafft, sogar besser als erwartet. Trotzdem nur 15 Meilen an dem Tag geschafft, wie aber die meisten anderen auch. Ansonsten gehe ich jetzt regelmäßig 20 Meilen pro Tag und genieße die Ausblicke, die sich so ergeben. Nicht so schön in der Beziehung war der Tag nach Mt Baden Powell, es ging den ganzen Tag durch Gebiete, die in den letzten Jahren gebrannt haben. Es war wirklich erschreckend diese vielen schwarzen, verkohlten Bäume zu sehen. Zum Glück ging es am nächsten Tag wieder durch grüne Wälder, zwar auch ehemalige Brandgebiete, aber die ersten kleinen Pinien wuchsen schon wieder.
Die beiden ersten Bilder sind von heute morgen und das letzte aus dem verbrannten Wald.

26.5.2022

Weitere 5 Tage wandern liegen hinter mir und zum ersten Mal habe ich es geschafft 100 Meilen in dieser Zeit zu laufen, was die meisten Leute so in etwa anstreben.
Von Big Bear City aus bin ich erst sehr spät abends wieder aufgebrochen, da ich morgens noch mit Wizard zum Arzt bin. Er hatte Probleme mit seinen Beinen und da er nicht sehr gut Englisch spricht, bot ich im an mit zum Arzt zu gehen, was er auch dankbar annahm. Das war dann leider das Ende meiner trailfamily, da Sticks direkt morgens zum trail zurück ist, und Wizard leider mindestens 2 Tage ruhen musste. Er hat mir gestern getextet, dass er endlich wieder unterwegs ist. Es ist wirklich hart die trailfamily, manche nennen sie auch tramily, zu verlieren, da es einem schon Halt und Unterstützung bietet jeden Tag die selben Leute zu treffen. Man läuft nicht unbedingt zusammen, trifft sich aber zur Pause und vor allem abends beim Zelten.
Ich habe den Verlust am dritten Tag nach Big Bear City zu spüren bekommen, als ich mich abends entscheiden musste, gehe ich weiter oder bleibe ich wo ich gerade bin und fühlte mich wirklich einsam und verlassen. Seltsamer Weise hatte ich Internet und konnte Andreas schreiben. Das hat geholfen und am nächsten Tag war alles wieder gut.
Der Tag davor war einer der schönsten Tage bisher. Es ging den ganzen Tag hoch über einem kleinen Fluss entlang, deep Creek river, der häufig große Becken bildete, meist mit einer Art Sandstrand, und man konnte die ganze Zeit den Fluss hören. Im Moment kenne ich kein schöneres Geräusch als Wasser, das über Steine plätschert. Ich bin dann auch ein paar Mal in diesem Creek schwimmen gewesen, immer wenn der trail mal nicht hoch oben war, sondern sich dem Fluss näherte.
Das Ende kam dann mit den hot springs, die sicherlich normal sehr schön sind, aber da es Samstag Nachmittag war und LA nur eine Autostunde entfernt ist, waren sie völlig überlaufen. Massen an Leuten sind nicht meins und zusätzlich roch es nicht allzu gut, da diese Leute wohl noch nichts von leave no Trace (hinterlasse keine Spur) gehört hatten.
Ich bin also einfach noch einmal ins Wasser und dann nichts wie weg. Statt eines netten Zeltplatzes fand ich allerdings nur eine Klapperschlange, die mir den Weg versperrte. Steine werfen half auch nicht viel, aber irgendwann bewegte sie sich dann doch, gaaanz langsam. Als sie etwa einen Meter den Hang hochgekrochen war versuchte ich an ihr vorbei zu kommen. Keine gute Idee, das Geräusch, das sie von sich gab hörte sich zwar nicht nach rasseln an sondern eher wie eine Mischung aus pfeifen zischen, aber es war 100 Prozent nicht freundlich gemeint. Ich hab dann noch ein paar mehr Steine geworfen und sie kroch noch ein bisschen höher und ich versuchte erneut vorbei zu kommen. Dasselbe Geräusch, nur dieses Mal entschloss ich mich zu laufen und rannte vorbei. Es hat funktioniert aber ich fühlte mich doch echt etwas schlapp, meine Beine zitterten und meine Nerven lagen blank. Das Vieh war etwa 1,80 Meter lang und hätte einen Durchmesser von 10 cm. Wie mir ein trailangel später bestätigte ein recht großes Tier und auf jeden Fall furchterregegend.
Die Suche nach einem Zeltplatz verlief leider nicht so gut und so ging ich weiter den Fluss entlang bis zum Mojavedamm. Dort endete auch dieser wunderschöne Fluss leider in weniger schönem Zustand, da die Leute dort ihn eher missbrauchten und zB ihre Autos darin parkten. Immerhin hatte ich wieder 22 Meilen hinter mich gebracht und war sehr zufrieden mit mir.
Die nächsten zwei Tage waren nicht sehr aufregend, abgesehen von dem sit- in unter den Bäumen vor Mac Donalds bei Cajon junction, einem großen Verkehrsknoten der den PCT kreuzt. Der Mc Donalds ist nur 0.2 Meilen vom PCT entfernt und alle hiker treffen sich dort zum Mittagessen und sitzen die Hitze des Tages aus.
Gestern ging es dann den ganzen Tag bergauf, von 5000 auf über 8000 Füße und leider hatte ich das Gefühl ich hätte unterwegs alle Steine eingesammelt, die im Weg lagen. Vermutlich lag es daran, dass ich mal wieder nicht essen konnte und einfach die Kraft fehlte. Alle paar Meilen musste ich meinen Rucksack absetzen und kurz Pause machen. Ich war echt froh als ich nach 18 Meilen endlich an der Kreuzung des PCT mit Highway 2 ankam und mein Shuttle nach Wrightwood anrufen konnte.
Nach einer Nacht Schlaf und reichlich Essen heute fühle ich mich auch wieder ganz wohl. Ist auch nötig, den morgen geht es wieder aufwärts, Mt Baden Powell wartet. Auch über 9000 Füße hoch. Ich komme inzwischen besser mit bergauf zurecht, fürchte aber die aufwärts Strecken immernoch.
Danach erreiche ich fast LA aber kurz vorher biegt der trail dann nach Norden ab. Ich werde versuchen noch ein Bild der Klapperschlange anzuhängen und eines von deep Creek river. Ansonsten werde ich voraussichtlich in 5 Tagen wieder von meinen Fortschritten berichten, falls nichts dazwischen kommt.

19.5.2022

In Idlewild müsste ich meinen Rucksack ersetzen, er hatte nach einer Woche und 2 Tagen ein Loch , aber ich habe es immerhin über Mt San Jacinto geschafft. Es war sicherlich hart und extrem anstrengend und ich war einige Male an meine Grenzen gestoßen, aber andererseits war es das alles wert, den man wurde immer wieder mit schönen Ausblicken belohnt. Am schlimmsten waren die zwei Gipfel vor dem eigentlichen Mt San Jacinto. Dort musste man über und unter umgestürzten Bäumen entlang, neben sich immer der Abgrund. Zwar nicht direkt  senkrecht runter, aber wenn man erst einmal abgerutscht wäre, hätte es kein Halten mehr gegeben. Der Rucksack hätte einen in die Tiefe gezogen. Ich habe mir ein paar Mal sagen müssen Augen zu und durch. Ein gutes Mittel gegen Höhenangst. Sie ist zwar nicht weg bei mir, aber ich kann jetzt deutlich besser damit umgehen. Dort oben war es auch sehr unangenehm kalt und windig, die Nächte unter Null Grad. Dafür wurde man mit wunderschönen Ausblicken belohnt und dem Gefühl der Welt entrückt zu sein, unglaublich friedvoll und still obwohl der Wind um einen herum tobte. Ich versuche ein Bild vom trail dort oben anzuhängen und einen der weiten Blicke, auch wenn meine Fotos nicht annähernd wiedergeben, wie es dort oben aussah.
Was nicht so toll war, war der Weg vom Berg runter. Über endlose Schleifen ging es auf mehr als 20 Meilen abwärts. Zusätzlich hatte ich noch den Fehler begangen nicht auf die Wasserstellen zu achten und realisierte zu spät, dass ein entzückender kleiner Wasserfall die letzte Wasserstelle für die nächsten 20 Meilen war. Zum Glück gab es auf 7500 Fuss noch Schneefelder und so habe ich einfach Schnee eingesammelt, der auch bei Meile 200,5 wo ich dann gezielter habe noch nicht komplett geschmolzen war. Und das trotz Wetterumschwung, denn es war im Laufe des Tages wieder extrem heiß geworden.
Insgesamt habe ich 2 1/2 Tage auf den Berg hoch gebraucht und eineinhalb wieder runter. Das wieder runter war ehrlich gesagt fast schlimmer als hoch. Es zog sich einfach ewig hin, selbst die letzten 5 Meilen vom Zeltplatz zum Wasser und dann noch einmal knapp 5 Meilen zur interstate 10 waren echte Quälerei in der sengenden Sonne.
Da ich schon seit Julian keinerlei Empfang auf meinem Telefon mehr hatte, blieb mir leider nichts anderes übrig als von der interstate 10 aus in den nächsten größeren Ort, Banning, zu fahren und mich dort um eine neue SIM-Karte zu bemühen. Aus irgendeinem Grund mögen US companies keine Telefone mit Dual Sim. Daraufhin habe ich statt Ruhepause zu haben den Tag damit verbracht eine neue SIM-Karte zu bekommen, die möglichst etwas länger funktioniert als zwei Wochen. Bisher waren meine zero days weder erholsam noch relaxing und so ging es bei sengender Hitze durch die dort wirklich karge und vertrocknete Wüste, so gut wie kein Schatten. Zum Glück hatte ich diesmal an genügend Wasser gedacht.
Am Nachmittag erreichten wir dann ( seit Idlewild bin ich mit einem Deutschen und einem Amerikaner unterwegs) ein kleines Paradies für Hiker. Mitten in dieser Recht unwirtlichen Gegend befindet sich das White water reserve, eine Oase mit reichlich Wasser, ein wading pool für die Menschen und mehrere große Becken für Umwelt und Natur. Daneben gibt es Toiletten (für Hiker ein echter Luxus) und Picknick Bänke, reichlich Schatten und die Möglichkeit dort zu campen. Kurz entschlossen sind wir statt morgens weiter zu ziehen noch den halben Tag da geblieben und wurden von einer netten mexikanischen  Großfamilie zu Essen und Getränken eingeladen. Die waren völlig fasziniert von der Idee dass wir von der mexikanischen Grenze nach Kanada laufen.
Nachmittags sind wir weiter zum Mission creek gelaufen und haben direkt am Wasser übernachtet. Neben einigen Fledermäusen konnte ich auch die Mondfinsternis sehen. Ein wirklich tolles Erlebnis, dass die Strapazen der Tage vorher verblassen ließ.
Der nächste Tag war dann mal wieder sehr anstrengend, 18 Meilen nur bergauf, wenig Schatten, aber immerhin die meiste Zeit mit Wasser direkt neben dem Trail. Vorgestern war dann für mich ein super Tag. Es ging zwar mehrfach von 8000 Füßen auf 8800 Füße und wieder runter, aber es ging mir richtig gut dabei und ich musste nicht ständig anhalten.  Langsam gewöhne ich mich an die Anforderungen. Und so bin ich heute morgen in Big Bear City angekommen und habe schon 266 Meilen hinter mir. Ein Zehntel ist geschafft!

9.5.2022

Ich bin jetzt in Idlewild, einem kleinen Ort der sich im Schatten von Mt San Jacinto befindet, dem Berg, den ich als nächstes überwinden muss. Er ist ein wenig furchteinfloessend, da er über 3000m hoch ist und ich sowieso meine Probleme mit Bergen habe. Ich brauche eine Ewigkeit und viele Pausen um hochzuklettern. Das hat mir auch meinen trailnamen bei gebracht: Turtle 🐢, weil ich immer sage, ich steige auf Berge wie eine Schildkröte, ganz langsam. Daraufhin hat der trailangel der mich von Julian zurück zum trail gebracht hat gesagt, das ist dann dein trailname. Zum Glück mag ich ja Schildkröten.
Ich wollte euch mal einen Einblick geben, wie ein normaler Tag auf dem Trail abläuft. Meist stehe ich zwischen 5 und 5:30 Uhr auf, packe alles zusammen, was etwa 50 Minuten dauert und laufe los. Gegen 9- 10 lege ich ein Pause ein und frühstücke. Dann geht es weiter bis etwa Mittag. Wenn möglich versuche ich die lange Mittagspause an einer Wasserstelle im Schatten zu verbringen. Dort sind dann häufig auch andere Hiker und man unterhält sich über die Dinge die auf einen zukommen, wie wo gibt es das nächste Wasser, oder wo ist die beste resupply Möglichkeit. Zwischen 15:00 und 16:00 geht es dann wieder weiter bis etwa 19:00. Wenn ich einen Zeltplatz gefunden habe, stelle ich mein Zelt auf, koche und geh schlafen. Wenn andere Hiker da sind redet man natürlich noch etwas, aber gegen 21:00 ist meist Schluss. Es ist eh kalt sobald die Sonne untergegangen ist und man muss ja wieder früh aufstehen.
Zu sehen gibt es unterwegs auch reichlich. Neben den vielen Fernblicken gibt es eine Menge unterschiedlicher Echsen, Blumen, Kakteen und natürlich Schlangen. Inzwischen habe ich sogar eine Babyklappersclange gesehen.
Ich merke auch, dass ich inzwischen weiter weg von der Zivilisation bin, da es kaum noch Internet gibt. Vermutlich werde ich mich in 6 Tagen aus Big Bear City melden. Dann sollte ich 260 Meilen geschafft haben. Zur Zeit bin ich bei 151 Meilen.

3.5.2022

Ich habe es in meine erste richtige trailtown geschafft, was gleichzeitig bedeutet, dass ich einen Tag Ruhepause habe. Eigentlich nicht ganz, da ich heute morgen noch etwa 5 Meilen nach scissors crossing laufen müsste. Da wurde man aber direkt von einem trailangel in Empfang genommen und nach Julian gefahren, ein kleiner verträumter Ort, etwa 8 Meilen vom trail entfernt.
Die vergangene Nacht war für mich etwas beunruhigend gewesen, da ich seit 2 Tagen kein Signal mehr hatte und der Gedanke in mir gewachsen war, dass etwas nicht in Ordnung ist. Andere Hiker mit at&t hatten Empfang nur eben ich nicht. Dadurch konnte ich keine Unterkunft in Julian buchen und auch keinen der trailangels anrufen. Das löste bei mir einfach Panik aus. Telefon neustarten hat auch nicht geholfen. Kurz vor der Kreuzung an der die Hiker abgeholt werden, bzw hichhiken, hatte ich plötzlich wieder ein Signal. Ich war völlig hin und weg und zu meiner größten Überraschung stand auch gleich ein trailangel da und packte alle in sein Auto. Die Gemeinschaft mit und das Interesse an den PCT Hikern ist wirklich unglaublich. Im Ort angekommen hatte ich auch noch Glück und habe ein Zimmer in einem Bed& Breakfast bekommen. Obwohl es ein pikfeiner Laden zu sein schien, nahm die freundliche Dame am Empfang weder Anstoß an meinem Aussehen (abgerissen) noch an meinem Geruch (streng).
Da es erst 9 Uhr war bin ich erst Mal zu Mom’s Pie gegangen. Dort bekommt man gegen Vorlage des PCT permits ein Getränk und ein großes Stück Pie eigener Wahl mit Eis für umsonst. Leider habe ich das Lunch Angebot des Ladens daneben verpasst, nämlich ein riesen Sandwich nach eigenem Geschmack für $5. Ich musste erst einmal duschen und meine Sachen waschen, da alles wirklich fürchterlich stinkt. Man kann halt nicht alles haben.
Heute Abend will ich noch in die hiesige Micro Brewery, da gibt’s dann Pizza.
Das wichtigste für einen Hiker ist: wo ist die nächste Wasserstelle und wann und wo gibt es Essen. Was ist letztlich egal.
Ich wollte euch auch noch einmal ganz herzlich für die vielen aufmunternden Emails danken, ich werde in nächster Zukunft zwar immer seltener Empfang haben, aber es tut gut von euch zu hören. Im großen und ganzen genieße ich mein Abenteuer, gerade auch die Einsamkeit beim Laufen, viel Zeit nachzudenken, aber ich freue mich über jede Nachricht.

30.4.2022

Den vierten Tag habe ich es bis Mt Laguna geschafft. Das sind 41 Meilen harte Arbeit. Den ersten Tag waren es 13.3 Meilen, ich werde versuchen ein Bild von meinem ersten Zeltplatz anzuhängen, doch am nächsten Tag merkte ich, dass mir alles weh tat. Und so habe ich mich nach den 6.8 Meilen bis Lake Morena von den anderen Hikern dort überreden lassen dort zu bleiben und nicht weiter zu wandern. Das war auch definitiv eine gute Entscheidung, da es mir am dritten Tag sehr gut ging und ich mit Hilfe einer Österreicherin meinen Rucksack besser einstellen könnte, so dass ich die Last nicht mehr mit den Schultern trage und alle paar Kilometer anhalten muss um mich zu erholen. Daraufhin habe ich es gestern auch auf 16 Meilen gebracht, war aber am Schluss so fertig, dass ich anfing meine Schritte zu zählen um durchzuhalten. Zunächst habe nur das Zelt aufgebaut und mich in meinem Schlafsack verkrochen. Aber irgendwie würde mir nicht warm, woraufhin ich dann doch noch ein warmes Essen gekocht habe. Danach ging es mir deutlich besser auch wenn mein rechtes Bein immernoch nervte. Einer der freundlichen anderen Hiker hatte mich gewarnt, dass kein Hunger haben ein erstes Anzeichen für Hypothermie sei. Ob das so stimmt weiß ich nicht, aber essen hat geholfen und nachdem ich einmal angefangen hatte, war ich auch hungrig.
Heute habe ich dann aber auch nur die verbleibenden 5-6 Meilen bis Mt Laguna geschafft und beschlossen hier zu bleiben. Mein Knie nervt ein wenig und auch der rechte Fuß. Irgendwie muss ich versuchen die Meilen etwas gleichmäßiger zu verteilen.
Das schönste Stück heute waren die letzten Meilen vor Mt Laguna. Es ging durch einen wunderschönen Kiefernwald auf einem weichen Pfad und man konnte wirklich alle Sorgen vergessen. Wie Andreas sagen würde: I have the best time of my life, und das stimmt wirklich.

26.4.2022

Das Abenteuer beginnt. Heute morgen um 6:50 Uhr bin ich los marschiert. Zu dem Zeitpunkt noch voller Elan und Freude. Inzwischen hat die Hitze und das Gewicht meines Rucksacks ihren Tribut gefordert und so sitze ich unter einem kleinen Baum im Schatten und lasse die anderen Hiker an mir vorüber ziehen. Immerhin habe ich schon etwa 7 Meilen geschafft und habe mich längst damit abgefunden, dass ich heute wohl nicht bis Lake Morena kommen werde. Damit Folge ich auch dem Rat der trail angels gestern Abend. Und ich muss auch zugeben dass es einfach über Mittag zu heiß wird. Gegen 16:00 werde ich mich wieder auf den Weg machen und laufen bis es dunkel wird. Zum Glück habe ich hier noch Internet. Meine Versuche Bilder anzuhängen sind bisher nicht wirklich von Erfolg gekrönt, also werdet ihr wohl noch warten müssen bis ich morgen mit ein paar anderen Hikern reden kann die mir hoffentlich helfen können.