Mitte Oktober reiste ich mal wieder nach Deutschland, um Familie, Freunde und Bekannte zu besuchen. Dabei nutzte ich das Deutschlandticket, mit dem ich bequem und relativ günstig durchs Land reisen konnte. Außerdem reaktivierte ich meine Aldi-Talk-SIM-Karte, um für weniger als 10 Euro einen Monat lang 25 GB Datenvolumen auf dem Mobiltelefon zu haben. Dank der vielen öffentlichen Hotspots verbrauchte ich allerdings in drei Wochen gerade einmal etwa 3 GB.

Meine Reise führte mich über Speyer, Konstanz, Hanau, Jena, Marburg, Sprendlingen und Frankfurt nach Wiesbaden. Zum Glück geht es der Familie und allen Freunden gut, und wir hatten viele interessante Gespräche bei gutem Essen und leckeren Getränken. Was ich in Deutschland besonders genieße, ist das gute deutsche Brot und die frischen, knackigen Brötchen zum Frühstück.

In Speyer besuchten wir ein jüdisches Museum. Interessanterweise gab es dort bereits um das Jahr 1000 eine blühende jüdische Kultur. Besonders beeindruckend war ein tiefer Brunnen, den man über eine Treppe erreichen konnte und der als ritueller Reinigungsort diente.

Weiter ging es nach Konstanz. Dort bot mir ein Freund an, die nicht mehr benötigte Kleidung seiner Kinder zu meinem Sohn nach Kanada zu schicken. Besonders Winterkleidung für Kinder ist dort teuer und daher natürlich sehr willkommen.

Danach ging es nach Hanau, wo ich am Tauchtraining meines ehemaligen Vereins teilnahm und nette Gespräche mit verschiedenen früheren Arbeitskollegen führte. Von dort reiste ich weiter nach Jena, um eine Tauchfreundin zu besuchen. Nur zwei Tage später flog sie mit ihrem Mann nach Mittelamerika. Das traf sich gut, denn die beiden nahmen mich gleich mit zum Flughafen nach Frankfurt, sodass ich mir eine längere Zugfahrt ersparen konnte.

Von Frankfurt aus war ich schnell in Marburg, wo mein älterer Sohn lebt. Wir verbrachten eine schöne Zeit miteinander und unternahmen einige gemeinsame Restaurantbesuche.

Während meiner Reise erfuhr ich, dass mein Tauchverein TSC Marburg, bei dem ich schon seit mehr als 40 Jahren Mitglied bin, ein Schnuppertauchen veranstaltete. Dort wollte ich mich eigentlich als Anfänger einschleichen, wurde aber sofort als Tauchlehrer erkannt und kurzerhand zwangsverpflichtet. Innerhalb von etwa drei Stunden wurden knapp 100 Interessierte ins tiefe Sprungbecken begleitet. Rund 20 Freiwillige halfen beim Briefing und beim Anlegen der Ausrüstung. Eine ziemlich beeindruckende Aktion!

Weiter ging es nach Sprendlingen, um einen Freund aus meiner Aachener Studentenzeit zu besuchen, und nach nur einem Tag schließlich nach Frankfurt. Dort wohnt ein ehemaliger Arbeitskollege extrem zentral, direkt am Römer, in einer großen Wohnung. Er ist mit einer Peruanerin verheiratet, sodass wir bei peruanischem Essen und entsprechender Musik viel Spaß hatten.

Last but not least ging es zu einem Freund nach Wiesbaden. Auch dort stand ein Besuch in einem peruanischen Restaurant auf dem Programm. Anschließend fuhren wir mit Fahrrädern zu einem Weinstand am Rhein. Lediglich der Rückweg zum Haus hatte es in sich: Der Anstieg war nach der Weinprobe doch etwas anstrengend!

Von Wiesbaden aus war es nur noch ein kurzer Weg zum Flughafen Frankfurt. Dort warteten allerdings noch einige Überraschungen mit meiner Fluggesellschaft Icelandair. Zunächst wollte man mich partout nicht online einchecken lassen. Offenbar war die Software nicht auf Passagiere mit zwei verschiedenen Pässen eingestellt. Für den Hinflug von Toronto nach Frankfurt hatte ich mich mit meinem deutschen Pass registriert, für den Rückflug logischerweise mit meinem kanadischen. Damit kam die Software wohl nicht zurecht.

Beim Einsteigen ins Flugzeug wurde dann auch noch mein Handgepäck mithilfe eines modernen Geräts mit Laserstrahlen vermessen. Das Gewicht war in Ordnung, aber die Abmessungen waren angeblich geringfügig zu groß. Auf keinerlei Diskussionen ließ man sich ein. Mein Argument, dass ich mit diesem Handgepäck schon bei zahlreichen verschiedenen Airlines rund um die Welt problemlos geflogen war und offensichtlich auch auf dem Hinflug nach Deutschland die Maße noch akzeptiert worden waren, interessierte niemanden. Stattdessen verlangte man 120 Euro für das Einchecken des Gepäckstücks.

Offensichtlich waren die Flugpreise recht günstig und der Treibstoff teuer, sodass man wohl jede Gelegenheit nutzte, um noch etwas zusätzliches Geld herauszuschlagen.

Interessanterweise gab es keine Möglichkeit, mit dem Mobiltelefon zu bezahlen – meine bevorzugte Zahlungsart. Stattdessen bestand man auf einer physischen Kreditkarte. Diese wurde allerdings abgelehnt. Die Mitarbeiter waren schließlich wohl selbst so genervt von der ganzen Angelegenheit, dass sie mich kurzerhand ohne Bezahlung durchwinkten.

Glück gehabt!